Fr, 14. Dezember 2018

„Awakening“

05.01.2018 06:15

Erstes VR-Game mit Gehirnsteuerung kommt 2018

Eine Firma aus Boston will noch 2018 das erste Virtual-Reality-Game veröffentlichen, das mit dem Hirn gesteuert wird. „Awakening“ soll in VR-Spielhallen angeboten werden und erfasst die Befehle des Nutzers nicht mit Bewegungs-Controllern, wie es bei VR-Systemen derzeit die Regel ist, sondern mit einem Elektrodenband am Kopf. Es übersetzt Gedanken in Spielbefehle.

In „Awakening“ ist der Spieler ein Kind, das in einem Geheimlabor gefangen gehalten wird. Mit seinen Gedanken muss er verschiedene Experimente bestehen, Gegenstände aufheben und Schalterrätsel lösen. Eine allzu mitreißende Story sollte man sich allerdings nicht erwarten, handelt es sich doch um eine von einem Hardwarehersteller in Auftrag gegebene Technologiedemo.

Elektroden übersetzen Gedanken in Befehle
„Wir sind keine Game Designer. Wir wissen nicht, wie man Spieler durch diese Umgebungen führt. Die Erzählung ist der schwere Teil, nicht die Technologie“, sagt Ramses Alcaide vom Start-up Neurable. Die Technologie der Firma aus Boston ist dennoch beeindruckend: Sie hat ein System aus Elektroden entwickelt, das zusätzlich zur VR-Brille auf den Kopf gesetzt wird und die Hirnströme des Spielers in Befehle übersetzt.

Das Neurable-Headset horcht nach sogenannten anlassbezogenen Potenzialen. Diese speziellen Hirnmuster entstehen in unserem Gehirn, wenn sich ein Mensch auf ein bestimmtes Objekt konzentriert. Sieht der Nutzer beispielsweise in der virtuellen Welt ein blinkendes Objekt und konzentriert sich darauf, löst dies im Hirn die entsprechenden Signale aus und das Neurable-Headset übersetzt sie in konkrete Befehle. „Wir haben im Prinzip eine Hirn-Maus entwickelt“, sagt Alcaide.

Noch keine komplexen Gedanken erfassbar
Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Steuerung von „Awakening“. Der Spieler hat die Aufgabe, sich auf Objekte zu konzentrieren, um mit diesen zu interagieren. Komplexere Aufgaben – etwa ein Objekt von Punkt A auf Punkt B zu verschieben – sind auf diese Weise nicht möglich, da die Forscher die bei so komplexen Aktionen entstehenden Hirnströme ohne fix implantierte Elektroden laut einem Bericht des „IEEE Spectrum“ noch nicht zuverlässig in Spielbefehle übersetzen können.

Doch Gedankensteuerung ist noch ein recht neues Feld der IT und dürfte in den kommenden Jahren Fortschritte machen. Alcaide hofft, dass die Hardware – derzeit ist das Gespann aus der VR-Brille HTC Vive und dem Neurable-Elektrodenband noch groß und schwer – schrumpfen und damit weitere Einsatzszenarien erschließen wird. Ein kompaktes Elektrodenstirnband oder sogar ein Hirnströme messender Ohrstöpsel könnten künftig die Hirnströme des Nutzers messen.

Gedankensteuerung wäre vielseitig nutzbar
Gelingt es, die Sensoren so weit zu schrumpfen, böte die Neurable-Technologie noch ganz andere Einsatzmöglichkeiten als VR-Spiele. In Kombination mit einer Augmented-Reality-Brille à la Google Glass, die virtuelle Inhalte in die reale Welt einblendet, ließe sich damit beispielsweise eine unaufdringliche Steuerung realisieren, bei der die Nutzer in der Öffentlichkeit nicht durch wilde Gesten oder Selbstgespräche als Nutzer eines solchen Geräts hervorstechen.

Bis es so weit ist, dürften sich Gedankensteuerungssysteme aber noch eine Weile als Zusatz-Gadget für VR-Brillen positionieren. Einerseits, weil man hier schon Erfahrung gesammelt hat. Andererseits, weil man davon ausgeht, dass Virtual-Reality-Games in den nächsten Jahren rasant Fahrt aufnehmen werden. Zwar sind entsprechende Headsets momentan noch teuer. In Virtual-Reality-Erlebnisparks, wie sie insbesondere in China immer populärer werden, spielt das aber nur eine untergeordnete Rolle. Und nebenbei werden Nutzer solcher Einrichtungen bereits für die Technologie sensibilisiert sein, wenn diese später einmal massentauglich und erschwinglich wird.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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