29.07.2009 11:22 |

A(H1N1)-Influenza

Was vor der Neuen Grippe schützt

Angst vor echten Schweinderln muss niemand haben, wenn es um die Neue Grippe geht, die unter der Bezeichnung Schweinegrippe bekannt geworden ist und auch A(H1N1)-Influenza heißt. Denn der Kontakt mit Ferkeln oder der Verzehr von Schweinefleisch birgt kein Risiko einer Ansteckung. Sollte man aber Personen begegnen, die sich nie die Hände waschen und ihre Tröpfchen aus Mund und Nase ungehindert in der Nähe anderer Menschen verteilen, ist Vorsicht angesagt. Wir sagen dir, was du über die Neue Grippe wissen solltest und wie du dich schützt.

Die Neue Grippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der erstmals 1930 isoliert wurde. Ein solches Virus wird zum Beispiel für die Spanische Grippe verantwortlich gemacht, der Anfang des 20. Jahrhunderts zwischen 40 und 100 Millionen Menschen zum Opfer fielen. In den 1970er-Jahren tauchte der Erreger wieder als Russische Grippe auf. Das Virus enthält DNA von Viren in Schweinen, Vögeln und Menschen und hat Ende Mai zahlreichen Menschen in Mexiko das Leben gekostet, bevor es seinen „Siegeszug“ um die Welt antrat. Zum Glück aber in einer milden Form, die gut mit üblichen Grippemitteln wie zum Beispiel Tamiflu behandelt werden kann.

Wir wird das Virus übertragen?
Das Virus wird durch Händeschütteln, Niesen und Husten übertragen. Aber auch durch die Berührung viral verunreinigter Gegenstände. Das können Türschnallen, Haltegriffe in U-Bahnen oder Fernbedienungen sein. Viren können an der Luft bis zu acht Stunden überleben.

Da besonders junge Menschen von der Neuen Grippe betroffen sind, warnen Mediziner während der Reisezeit vor der Ansteckungsgefahr in sogenannten Partyhotspots wie Mallorca oder Ibiza, wo viele Menschen an einem Ort feiern und gemeinsam aus Gläsern trinken oder Strohhalme teilen.

Wie sind die Symptome der Neuen Grippe?
Die Symptome der Neuen Grippe gleichen der einer herkömmlichen saisonalen Grippe: Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Husten und ein Schwächegefühl. Durchfall und Übelkeit können ebenfalls auftreten. Die Inkubationszeit beträgt etwa sieben Tage nach dem Kontakt mit einer infizierten Person. Gefährlich ist das Virus besonders für Menschen mit Vorerkrankungen, chronisch Kranke, alte Menschen, Kleinkinder und Schwangere.

Einfache Maßnahmen, große Wirkung
Laut dem Gesundheitsministerium gelten für den Schutz vor der Neuen Grippe dieselben Schutzmaßnahmen wie vor jeder anderen Grippeinfektion auch. Und diese Maßnahmen sind wirklich simpel. Hier die zehn wichtigsten:

  • Regelmäßig Händewaschen! Und zwar mit warmem Wasser und Seife. Denn: Die Viren tummeln sich besonders gern auf den Händen und Fingerkuppen.
  • Wer weiß, dass er keine Gelegenheit haben wird, sich irgendwo die Hände zu waschen, sollte ein alkoholisches Desinfektionsmittel dabei haben – zum Beispiel in Form von Reinigungstüchern oder Sprühflaschen, die sehr gut in die Handtasche oder ins Handschuhfach des Autos passen.
  • Mit ungewaschenen Händen möglichst nicht die Augen, die Nase oder den Mund berühren.
  • Personen, die unter Husten oder Niesen leiden, sollten immer die Hand vor den Mund halten oder zumindest in die Armbeuge husten. Wenn nötig, sollten diese Personen mit Nachdruck darum gebeten werden. Papiertaschentücher verwenden und nach Gebrauch wegwerfen!
  • Menschenansammlungen – egal ob bei einer Party, am Strand oder in U-Bahn – sollten nach Möglichkeit gemieden werden.
  • Vermeide den Kontakt zu Erkrankten!
  • Die Wirkung von Schutzmasken ist umstritten. Sie können aber zumindest helfen, dass man sich nicht mit den Händen an den Mund oder die Nase fassen kann. Bereits erkrankte Personen können ihre Umgebung mit dem Mundschutz vor Ansteckung durch Husten und Niesen schützen.
  • Auf eine gesunde Ernährung und viel Bewegung achten. Denn ein guter Immunstatus hilft generell dabei, Infektionen abzuwehren und mildert den Verlauf von Infektionen.
  • Sollten Grippesymptome (Halsschmerzen, hohes Fieber etc.) auftreten, sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Außerdem sollte der Kontakt zu Gesunden gemieden werden, um das Virus nicht weiter zu verbreiten.
  • Der deutsche Hygiene-Experte Werner Solbach empfiehlt für den Fall, dass ein Grippekranker in der Familie ist: Häusliche Isolation des Kranken. Kleinkinder und alte Menschen sollten nicht mit dem Kranken in einem Raum essen oder schlafen. Getrennte Wäsche oder die Desinfektion der Wohnung sei nicht nötig.

Fragen zum Thema „Neues Grippevirus“ werden unter der Influenza-Hotline-Nummer 050 555 555 beantwortet.

Wer eine Reise in ein Land mit besonders vielen Influenza-Fällen wie zum Beispiel Großbritannien oder Spanien plant, kann sich auf eigenen Informationsseiten über die aktuelle Situation und spezielle Vorsichtsmaßnahmen informieren. In der Infobox findest du wichtigsten Links!

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