Fr, 21. September 2018

Großes C

26.02.2009 16:11

Mercedes C 320 CDI T-Modell im Test

Mit dem T-Modell der C-Klasse gibt Mercedes richtig Gas: 1.500 Liter Kofferraumvolumen hinter einer optional elektrisch bedienten Klappe sind im „kleinen“ Premiumsegment ungeschlagen. Wenn ein „Lifestyle-Kombi“ so aussieht, darf zum Lifestyle durchaus die eine oder andere Transportaufgabe gehören. Dabei darf das Auge ruhig mitessen. Und die Emotion auch.

Letztere wird natürlich mercedesmäßig gebauchpinselt. Auch die kleine Baureihe hat dieses Solide, was den Stuttgartern inzwischen wieder anhaftet. Hier ist Wohlfühlen angesagt, wobei mich der Testwagen nicht gerade in Watte packt. Was aber kein Wunder ist, wie man ihm auf den ersten Blick ansieht: Dieses feuerrote Spielmobil steckt im AMG-Designer-Sportanzug samt ebensolchem Fahrwerk, das ambitionierte Fahrweise gerne zulässt, aber nicht erzwingt. Auch die Parameterlenkung zeigt nicht die bissige Direktheit, die man etwa in München pflegt, sondern lässt Raum zum Bummeln.

Souveränität ist das Spaßwort
Besonders mit dem 3-Liter-Diesel des C 320 CDI ist Souveränität das Spaßwort. Der Motor ist so bewährt, dass ich mit ihm in einigen Modellen schon einiges erlebt habe, bis hin zu einer Tour quer durch Kasachstan. 224 PS leistet er und wuchtet ab 1.600/min. 510 Nm heftigst auf die Kurbelwelle. Die Siebengang-Automatik namens 7G-TRONIC portioniert die Kraft bravourös und weich schaltend, sobald sie den kurzen Gedenkmoment beim Anfahren überwunden hat. Der Allradantrieb sorgt für ein gutes Gefühl in allen Lebenslagen. Nur der Verbrauch markiert mit 7,7 bis 8,1 l/100 km keinen Bestwert, angesichts des Gebotenen und des Allradantriebs kann aber beileibe nicht von einem Schluckspecht die Rede sein.

Sei’s drum, der Rote geht ab wie die Feuerwehr, wenn man das innere Blaulicht einschaltet. 7,1 Sekunden vergehen für den Standardsprint, das macht dem AMG-Paket alle Ehre. Dabei wiegt der Wagen immerhin gut 1,8 Tonnen! Die heckgetriebene Version ist auch als Handschalter zu haben, da dauert der Sprint fast eine Sekunde länger, dafür läuft ein Seidel weniger durch die Einspritzdüsen. Am Ende der Fahnenstange wehen 244 km/h.

Sicherheit wie in der S-Klasse
Auf der anderen Seite ist für den CT beispielhafte Sicherheitsausstattung erhältlich. Sieben Airbags sind Serie, außerdem crashaktive Kopfstützen und Bremsleuchten, die bei einer Vollbremsung blinken. Von den üblichen elektronischen Helfern gar nicht zu reden. Sehr speziell ist aber das optionale „Pre-Safe“, der präventive Insassenschutz, der den Weg von der S-Klasse über die E- jetzt auch in die C-Klasse gefunden hat. Das System strafft im Gefahrenfall schon vor einem Aufprall die Gurte und greift auch in Sitzverstellung, Fensterheber oder Schiebedachsteuerung ein.

Ein billiges Vergnügen ist das alles natürlich nicht. Knapp 55.500 Euro stehen als Grundpreis im Prospekt (den C 200 CDI gibt’s ab 38.000 Euro), und die Aufpreisliste hält einige Nettigkeiten bereit, die man sich nicht entgehen lassen sollte, etwa das fast perfekte Navi, der Parkpiepser oder der automatische Kofferraumdeckel und natürlich Ledersitze. Samt AMG-Paket kommt der Testwagen so, wie er auf den Fotos zu sehen ist, auf etwas mehr als 68.000 Euro.

Perfektion und eine Portion Luxus haben ihren Preis, auch in Zeiten wie diesen. Wer so viel Geld für ein Auto ausgeben kann und eines haben will, das so ziemlich alles kann, ist hier richtig.

Stephan Schätzl

Warum?

  • Weil er so ziemlich alles ziemlich souverän kann.

Warum nicht?

  • Ist nichts für jemanden, der sich gern über Kleinigkeiten aufregt. Hier passt alles.
  • Wer es dezenter mag, kann das AMG-Paket ja weglassen.

Oder vielleicht …

  • … doch einen 3er Touring oder einen A4 Avant?
  • … rechnerisch fünf vollausgestattete Dacia Logan Kombi. Aber der Vergleich hinkt natürlich.

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