18.12.2002 12:59 |

Hören & Fühlen

Internet für Blinde und Sehbehinderte

Internet für Blinde? Wie soll das gehen?, werden viele fragen. Dabei ist gerade der Computer für viele Blinde oder Sehbehinderte ein unentbehrliches Werkzeug. Dank speziellen Tabletts, die Bildschirminhalte in Blindenschrift wiedergeben und Vorlese-Software wird das Internet für alle erfahrbar.
Blinde benützen Computer seit den achtzigerJahren, als Geräte entwickelt wurden, die den Bildschirmtextin gesprochene Sprache oder Blindenschrift umwandeln. Man kanndavon ausgehen, dass - gemessen am Bevölkerungsschnitt -weit mehr Blinde einen Computer benützen als Normal-Sehende.Seit der rasanten Verbreitung des Internet, sind auch Blinde imWWW unterwegs. Trotzdem ist der Markt für Computeranpassungenfür Behinderte noch äußerst klein. Die Geräteselbst sind teuer und werden nur selten beruflich genutzt.
 
Wenig Ausstattung für Behinderte amArbeitsplatz
Auf Grund des Kündigungsschutzes für begünstigteBehinderte zahlen Firmen häufig lieber Hafttaxen, als behinderteMitarbeiter entsprechend der gesetzlichen Quote einzustellen.Dazu kommt, dass die notwendigen Werkzeuge zwar vom Bundessozialamtbezahlt werden, das verfahren aber Monate dauern kann und dieAnschaffung immens kostspielig ist.
 
Die Werkzeuge für Behinderte
Sprachausgabe für Bildschirminhalte und einspezielles Display, das die Daten in Braille übersetzt sinddie Werkzeuge für sehbehinderte Surfer. Damit Internet-Seitenvon Blinden gelesen werden können, müssen sie zu einemgroßen Teil aus Texten bestehen. Flash-Animationen und großeGrafiken, auf die man klicken muss um weiterzukommen, sind fürsSurfen äußerst hinderlich. Doch die sogenannten Screenreader- die Vorleseprogramme - werden immer ausgeklügelter, sodasssie auch schon mit Spalten und Tabellen zurecht kommen.
 
Das World Wide Web Consortium (W3), das überdie Internet-Standards wie HTML und XML entscheidet, versuchtmit technischen Normen das Netz auch für Sehbehinderte nochleichter zugänglich zu machen. Viele Blinde haben inzwischenihre eigenen Websites gebaut und immer mehr Seiten optimierenihren Inhalt für Sehbehinderte (siehe Linksammlung).
 
Teure Anschaffungen
Ein Braille-Ausgabegerät , das den Text in dieBlindenschrift umwandelt, kostet ab 4.980 Euro. Ein Arbeitsplatzkostet 12.000 bis 20.000 Euro. Eine "Integra-Mouse" kommt auf1.980 Euro. Diese wird mit dem Mund bedient.
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