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06.12.2016 - 01:54
Trümmerteile und Gegenstände aus dem abgestürzten Passagierflugzeug
Foto: ASSOCIATED PRESS / Video: krone.tv

EgyptAir: Rauchalarm wenige Minuten vor Absturz

21.05.2016, 12:42

Einen Tag nach dem Absturz einer EgyptAir- Maschine über dem Mittelmeer  sind ägyptischen Militärangaben zufolge erste Trümmer des Airbus sowie Leichenteile gefunden worden. Die Marine habe die Überreste 290 Kilometer nördlich von Alexandria im Meer ausgemacht. Außerdem gibt es einen neuen Hinweis zur Unglücksursache. Wenige Minuten vor dem Absturz habe es an Bord einen Rauchalarm gegeben.

Das "Wall Street Journal" berichtete am Freitag, die automatischen Warnsignale hätten Rauch in der Nähe des Cockpits sowie ein mögliches Problem mit dem Flugkontrollsystem gemeldet. Die Signale hätten gewarnt, dass das Flugkontrollsystem nicht richtig funktioniere. Das "Wall Street Journal" berief sich bei seiner Darstellung auf mit den Ermittlungen vertraute Kreise. Der US- Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf ägyptische Flugdaten ebenfalls von dem Rauchalarm.

Die französische Luftfahrtbehörde bestätigte mittlerweile die Meldungen. Ein Vertreter des ägyptischen Luftfahrtministeriums sagte zu den Berichten, diese würden derzeit überprüft. "Im Moment kann ich sie weder dementieren noch bestätigen." Die Regierung in Kairo hatte zuvor einen Terroranschlag für wahrscheinlicher gehalten als ein technisches Problem. Auch Luftfahrtexperten äußerten die Möglichkeit einer Explosion, weil der Crew offenbar keine Zeit blieb, einen Notruf abzusetzen.

Suche nach Flugschreibern läuft auf Hochtouren

Ein ägyptischer Militärsprecher erklärte, derzeit würden die Suchmannschaften gezielt die zwei Flugschreiber der Maschine suchen. Bisher gab es keine Hinweise auf Überlebende. An Bord der Maschine waren vorwiegend Ägypter und Franzosen, Österreicher saßen nicht im Flugzeug. Flug MS804 von EgyptAir war in der Nacht auf Donnerstag mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo, als die Maschine vom Radar verschwunden. Seitdem läuft eine internationale Suche nach dem Wrack, das rund 200 Seemeilen südlich der griechischen Insel Karpathos und rund 100 Seemeilen vor der ägyptischen Küste vermutet wird.

Am Samstag veröffentlichte das ägyptische Militär Bilder erster Wrackteile und Gegenstände aus dem Airbus (siehe unten).

Wrackteile des abgestürzten Airbus
Foto: Associated Press
Teile eines Sitzes aus der Unglücksmaschine
Foto: ASSOCIATED PRESS
Diese Rettungsweste soll ebenfalls aus dem abgestürzten Airbus stammen.
Foto: ASSOCIATED PRESS
Foto: ASSOCIATED PRESS

Flugzeug machte vor Absturz mehrere Drehbewegungen

Wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos bekannt gab, machte der Airbus vor dem Verschwinden mehrere Drehbewegungen: "Die Maschine befand sich zu diesem Zeitpunkt etwa zehn bis 15 Seemeilen im ägyptischen Flugraum. Dann machte sie eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und sackte stark ab. Ihr Radarbild verschwand auf einer Höhe von rund 3000 Metern."

Foto: Krone-Grafik

Funkdaten belegen plötzlich auftretendes Ereignis

Das Expertennetzwerk "Aviation Herald" veröffentlichte einen Auszug des Datenfunksystems ACARS, das automatisch Nachrichten zwischen Verkehrsflugzeugen und Bodenstationen übermittelt. Diese deuten auf ein plötzlich auftretendes Ereignis im rechten vorderen Bereich des Flugzeugs hin. Innerhalb kurzer Zeit seien auch Sensoren an Fenstern auf der rechten Seite, unter anderem im Cockpit, aktiviert worden. Eine Minute nach dem Rauchalarm bei der Toilette registrierte das System außerdem Rauch an der Bordelektronik, die sich unter dem Cockpit befindet.

Die Daten lassen darauf schließen, dass der Störfall im Inneren des Flugzeuges auftrat. Als letzte Nachricht schickte das ACARS- System einen Hinweis auf den Ausfall eines Steuerungssystems. Das geschah um 2.29 Uhr Ortszeit - Momente, bevor der Flug MS804 vom Radar verschwand.

Frankreich und USA sehen keinen Hinweis auf Terroraktion

Frankreich sowie die USA bleiben bei der Bewertung des Absturzes weiterhin zurückhaltend. "Wir haben absolut keinen Hinweis auf die Ursache", sagte Frankreichs Außenminister Jean- Marc Ayrault am Freitag dem Sender "France 2". Es würden alle Möglichkeiten geprüft, bisher gebe es keine bevorzugte Hypothese. "Wir wollen die Wahrheit, die ganze Wahrheit."

FBI- Direktor James Comey sagte am Donnerstag: "Bisher haben wir niemanden, der sich dazu bekannt hat, oder Beweise, dass es eine absichtliche Tat war. Wir wissen im Moment nicht, was die Ursache war." Es gebe zu diesem Zeitpunkt keine Erkenntnisse, die darauf hindeuteten, dass es eine Explosion an Bord des Flugzeuges gegeben hat, erklärte auch eine Vertreterin des Pentagons. Es sei aber noch zu früh, um eine Ursache für den Absturz auszuschließen, fügte sie hinzu.

Angehörige der Absturzopfer warten in Kairo weiterhin auf genauere Informationen zu dem Drama.
Foto: APA/AFP/Khaled Desouki

21.05.2016, 12:42
krone.at/AG
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