Mo, 11. Dezember 2017

Seltsame Justiz

19.08.2014 16:39

Bei Vandalismus straffrei, Strafe für Buttermesser

In einer ganzen Reihe von Wiener Gotteshäusern hatte ein Ghanaer enorme Schäden angerichtet, wie etwa das Foto aus der zerstörten Lazaristenkirche zeigt. Doch dafür stand der 37-Jährige jetzt gar nicht vor Gericht: Denn ein Gutachten attestiert ihm für diese Taten Unzurechnungsfähigkeit. Die gilt aber seltsamerweise nicht für kleinere Delikte.

Der Mann hatte so etwa einen "Kumpel" in der Wiener Gruft mit einem Buttermesser bedroht, einen Standaschenbecher vor einer Trafik beschädigt und sich gegen seine Festnahme gewehrt. Vor Gericht wirkte er verwirrt, kann sich an nichts erinnern... Es setzte sechs Monate bedingte Haft, er nimmt an.

In mehreren Kirchen gewütet
Der 37-Jährige hatte am 29. März im Stephansdom die Statue des Heiligen Judas Thaddäus - dieser gilt als Schutzpatron für aussichtslose Fälle - von einem Marmorsockel gestoßen und auch die Lazaristenkirche in Wien-Neubau, die Pfarrkirche Breitenfeld in Wien-Josefstadt und die Pfarrkirche Neuottakring in Wien-Ottakring verwüstet. Nach seiner Festnahme gab der gebürtige Ghanaer zu, bereits Anfang Februar in der Pfarre St. Othmar am Kolonitzplatz in Wien-Landstraße und außerdem in der Barnabitenkirche in Wien-Mariahilf gewütet zu haben.

Zu seinem Motiv erklärte der Asylwerber, er habe "im göttlichen Auftrag" gehandelt. Er habe "gegen die Heiligenverehrung" vorgehen wollen. Anfang Juni erklärte ihn ein Gutachten in dieser Sache für nicht schuldfähig, er wurde aus der U-Haft entlassen. "Er ist schwer bedient. Er ist laut Gutachten so krank, dass er nicht gewusst hat, was er tut", hatte der Rechtsvertreter des 37-Jährigen, Verteidiger Roland Friis (Bild oben), erklärt.

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