Mo, 11. Dezember 2017

Strafprozess in Sbg

10.10.2013 17:00

Osterfestspiel-Affäre: Burgstaller im Zeugenstand

Am Donnerstag hat Ex-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller im Strafprozess rund um die Salzburger Osterfestspiel-Affäre ausgesagt. Es geht um Untreue im Umfang von zwei Millionen Euro. Bereits im Zivilprozess zum Finanzskandal war die Juristin mehrere Stunden im Zeugenstand gesessen. Auch im jetzigen Prozess belastete Burgstallter den Hauptangeklagten, den damaligen Geschäftsführer Michael Dewitte.

Gut gelaunt, ja sogar mit einem Lächeln im Gesicht erschien Gabi Burgstaller Donnerstag früh am Salzburger Landesgericht. "Ich kann nicht mehr sagen als damals", saß sie dennoch wieder mehrere Stunden vor Richterin Daniela Meniuk-Prossinger und schilderte die Vorgänge rund um das geplante European Art Forum und die Osterfestspiele.

Immerhin war es Burgstaller, die nach Bekanntwerden von finanziellen Ungereimtheiten den jetzigen Angeklagten Dewitte im Jahr 2009 entlassen hatte. "Interne Prüfungen haben gezeigt, dass Spendengelder für Provisionszahlungen verwendet wurden. Es war ausgemacht, dass Abrechnungen nur zwischen den Festspielen, nicht aber unter Einzelpersonen getätigt werden."

Und auch das 35.000-Euro-Gehalt, das sich Dewitte für das geplatzte European Art Forum selbst ausbezahlte, sah sie als "zu Unrecht. Warum sollten die Osterfestspiele für eine andere Sache bezahlen?" Dem Schreiben vom Land Salzburg, mit dem Dewitte seine Zahlungen bisher im Verfahren rechtfertigt, hielt Burgstaller dagegen: "Das kann doch keine Grundlage für ein Gehalt gewesen sein. Die Vereinbarung war von der falschen Person unterfertigt."

Insgesamt drei Personen angeklagt
Im September hat knapp vier Jahre nach dem Auffliegen der Salzburger Osterfestspiel-Affäre der Strafprozess am Landesgericht Salzburg begonnen. Es geht um mutmaßliche Malversationen von zwei Millionen Euro, hervorgerufen durch Untreue und schweren gewerbsmäßigen Betrug.

Diesen Gesamtschaden sollen insgesamt drei Personen im Zeitraum 2002 bis 2009 in unterschiedlicher Beteiligung verursacht haben: Angeklagt sind neben Dewitte auch der frühere Technische Direktor der Salzburger Festspiele, Klaus K., sowie ein für zwei Zulieferfirmen verantwortlicher Kaufmann.

Insgesamt sind für den Prozess nahezu 30 Verhandlungstage vorgesehen. Allein die Staatsanwaltschaft hat 51 Zeugen geladen. Dass ein Urteil in dem Verfahren noch in diesem Jahr gesprochen wird, ist nicht sehr wahrscheinlich.

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