Fr, 20. April 2018

Australian Open

15.01.2018 09:48

Melbourne: Haider-Maurer, Novak und Melzer draußen

 Andreas Haider-Maurer, Dennis Novak und Gerald Melzer sind bei den Australian Open in Melbourne schon in der ersten Runde ausgeschieden. 

 

Der Auftakt-Tag bei den mit 35,67 Mio. Euro dotierten Australian Open in Melbourne ist für das österreichische Herren-Trio nicht nach Wunsch verlaufen: Während der erstmals für ein Grand-Slam-Turnier qualifizierte Dennis Novak wie erwartet gegen den Masters-Sieger Grigor Dimitrow beim 3:6,2:6,1:6 chancenlos war, kam auch für Andreas Haider-Maurer und Gerald Melzer am Montag gleich das Aus.

Haider-Maurer hatte sein geschütztes Ranking genutzt und wehrte sich gegen Alexander Dolgopolow (UKR) nach Kräften. Der Niederösterreicher unterlag dann aber mit 6:7(3),3:6,4:6 in drei Sätzen. Den einzigen Satzgewinn der ÖTV-Spieler schaffte Gerald Melzer, der gegen den Georgier Nikolos Basilaschwili noch auf 1:2-Sätze verkürzen konnte, ehe er mit 3:6,4:6,6:2,3:6 verlor.

Für Melzer bedeutete dies wie im Vorjahr, als er Alex de Minaur in fünf Sets unterlegen war, das Auftakt-Aus. Haider-Maurer war ja das erste Mal seit 2015 (Aus in Runde zwei) am Start. Damit ist Dominic Thiem am Dienstag (4. Match nach 01.00 Uhr MEZ) schon der letzte rot-weiß-rote Beitrag in den Einzelbewerben des ersten Majors des Jahres.

Für Melzer wäre "mehr möglich gewesen"
Für Melzer war gegen den unberechenbaren Basilaschwili, der äußerst riskant spielt, mehr möglich. "Es ist bitter, dass ich verloren habe. Ich habe Chancen gehabt, die ich nicht nutzen habe können", erklärte die aktuelle Nummer zwei Österreichs bzw. 102 im ATP-Ranking. Im zweiten Satz hatte Melzer schon 3:0 und 0:40 bei Aufschlag des Gegners geführt, also drei Chancen auf das Doppelbreak gehabt. "Und dann bin ich 0:2-Sätze hinten, was halt nicht hilft. Ich habe heute leider nicht gut genug gespielt. Gegen ihn ist es sehr schwierig, weil man nie weiß, was passiert."

Nach dem gewonnenen dritten Satz gelang Melzer zwar nach dem 0:2 ein Rebreak, aber dann habe er nach zwei leichten Fehlern ein "dummes", neuerliches Break bekommen. Die extrem schnellen Verhältnisse gerade auf den Außenplätzen waren für Melzer nicht förderlich. "Ja, das kommt meinem Spiel nicht unbedingt entgegen, die sind schon sehr schnell." Melzer fliegt nun am Montag zurück. "In zwei Wochen haben wir dann Davis Cup, danach spiele ich vier Wochen auf Sand in Südamerika."

AHM: Jeder Satz war offen
Haider-Maurer, der nach seiner Langzeitverletzung noch acht ausgewählte Events mit seiner Platzierung vor der Pause spielen kann, war mit seiner Leistung nicht unzufrieden. "Es war jeder Satz eigentlich offen. Im Endeffekt ist es sehr schade, weil ich habe das Gefühl gehabt, es wäre ein Sieg drinnen gewesen. Das Positive ist, dass meine Leistungskurve aufwärtsgeht, und ich merke, dass ich schon wieder dabei bin."

Druck verspürt der 30-jährige Wahl-Tiroler aber "sehr wenig". "Ich bin in erster Linie sehr froh, dass ich wieder schmerzfrei auf dem Platz stehen kann. Es ist jetzt eine ganz andere Situation als letztes Jahr, als ich wieder angefangen habe. Ich bin von meinem Level her viel besser und es macht Spaß." Im Vorjahr habe er teilweise am Anfang schon noch mit Schmerzen gespielt. Nun müssten nur einige Matches in seine Richtung laufen. Es ändere für ihn wenig, ob er nach Ausschöpfung der Verletztenregel im Ranking auf Platz 300 oder 150 stehe. "Ich weiß, wenn ich meine Leistung bringe, werde ich wieder in die Top 100 bzw. Top 50 kommen. Es ist ein harter Weg, aber ich bin definitiv auf dem richtigen."

Haider-Maurer traut sich auch zu, dass er, bleibt er verletzungsfrei, auch noch bis 35 spielt. "Zwischen 28 und 30 habe ich nichts gespielt." Er spielt bald zwei Turniere auf Sand in Südamerika, danach wäre ein Turnier in Dubai auf Hartplatz geplant, ehe er sich voll auf die Sandsaison konzentriert.

Novak verlor vor den Augen seines Freundes Dominic Thiem
Vor den Augen seines Freundes Dominic Thiem hat Novak seine Grand-Slam-Premiere gefeiert. Der 24-jährige Niederösterreicher hatte sich ja erstmals für ein Major qualifiziert. Sein Debüt fand dann gleich vor ganz großer Kulisse statt: Dass gegen den Weltranglisten-Dritten Grigor Dimitrow nicht viel zu holen war, war zu erwarten. Novak nahm die positive Erfahrung mit. "Es war natürlich unglaublich. Das erste Mal für ein Grand Slam qualifiziert, mein erstes Match in der Rod Laver Arena. Und dann gegen einen der besten Spieler zur Zeit, es war eine coole Erfahrung", erklärte der 226. im Ranking.

Vielleicht sei er ein bisschen mit der Situation überfordert gewesen. "Es war eigentlich noch beeindruckender, als ich es mir vorgestellt habe", gestand Novak. Dennoch ist er zufrieden mit seiner Turnierwoche. Die Erfahrung sei "cool" gewesen und er hofft, das er auch in Zukunft noch einige Matches auf solcher Bühne bekommt. Tipps hatte er von Thiem natürlich erhalten. "Ich habe alles probiert, was geht, aber da sieht man den Klassenunterschied zwischen einem Topspieler und einem Spieler wie mir, der auf 200 steht."

Ehrfurcht vor Dimitrow habe er nicht gehabt. "Ich musste eben selbst Druck machen. Man will und muss mehr riskieren und schaut dann schlechter aus, als man ist", erklärte Novak, der am Dienstag nach Österreich zurückfliegt. "Dann werde ich schauen, ob ich beim Davis Cup dabei bin." Die ÖTV-Equipe spielt am 2./3. Februar in St. Pölten gegen Weißrussland.

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