Do, 19. April 2018

Sturm und Hagel

23.05.2009 08:50

Schwere Unwetter fegten über die Steiermark

Heftige Unwetter sind am Freitagabend mit Starkregen, Hagel und Sturmböen über die Steiermark gezogen. Am schlimmsten erwischte es nach den Meldungen der Polizei die Bezirke Weiz, Deutschlandsberg und Radkersburg. Wie schon zu Beginn der Woche mussten Hunderte Feuerwehrmänner ausrücken, um Straßen zu räumen (Hagel ließ sie teils winterlich aussehen), Keller auszupumpen und Feuer nach Blitzen zu löschen.

Der heftige Regen vermurte die B64 zwischen Weiz und Gleisdorf, die Aufräumarbeiten dauerten Stunden. Die B72 musste bei Mitterdorf sogar vorübergehend gesperrt werden, weil ein Baum auf die Straße gekracht war (siehe Foto). Auch mehrere Gemeindestraßen waren im Bezirk Weiz durch abgerutschtes Erdreich unpassierbar geworden, die Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Im Raum Gleisdorf ging Hagel nieder, zahlreiche Keller standen unter Wasser. Allein im Bezirk Weiz waren mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz.

Blitzschläge und Stromausfall im Bezirk Radkersburg
In Goritz bei Radkersburg schlugen Blitze in einen Strommasten ein, und in Mettersdorf am Saßbach wurde eine Trafostation getroffen. Der Großteil der Gemeinde Mettersdorf war am Abend ohne Stromversorgung. In Halbenrain entfachte ein Blitz einen Wohnhausbrand. In den Bereichen Mureck, Siebing, Priebing und Rannersdorf gab es Sturmschäden an Hausdächern und umgerissene Bäumen. Die umgestürzten Bäume verursachten kurzzeitig auch Verkehrsbehinderungen (L213).

Schneeräumfahrzeuge im Bezirk Deutschlandsberg
Bei Soboth mussten sogar Schneeräumfahrzeuge eingesetzt werden, um die Straßen vom Hagel (bis zu 15 Zentimeter hoch) zu befreien. Auch im Bezirk Fürstenfeld mussten die L207 und mehrere Gemeindestraßen vorübergehend gesperrt werden. Keller wurden überflutet. Die Bezirkshauptstadt selbst blieb ebenfalls nicht verschont - die Straßen standen unter Wasser.

Schwarzer Himmel auch über Graz
Über der Landeshauptstadt Graz und über dem Murtal wurde der Himmel am späten Nachmittag pechschwarz. Blitze, Sturmböen und starker Regen brachten einige Ampeln zum Ausfallen, ein paar Hänge rutschten ab. In Graz-Umgebung und auch in der Obersteiermark hagelte und stürmte es zwar, so schlimm wie im Süden und Osten war es aber nicht. Laut ORF bezifferte die Österreichische Hagelversicherung den in der Steiermark angerichteten Schaden am Freitagabend auf etwa 5,5 Millionen Euro.

Auch Kärnten betroffen
Doch nicht nur die Steiermark wurde von den Unwettern heimgesucht, auch in Teilen Kärntens richteten die Naturgewalten starke Schäden an. In Lading bei Wolfsberg etwa hatten fünf Insassen eines Autos großes Glück: Ein Baum stürzte auf das Fahrzeug, die fünf Personen kamen aber mit dem Schrecken davon. Im Lavanttal waren zahlreiche Haushalte ohne Strom, nachdem ebenfalls umstürzende Bäume Stromleitungen gekappt hatten.

Auch der Bezirk St. Veit/Glan war von den Unwettern stark betroffen. Am Krappfeld wurden Maiskulturen vom Hagel fast komplett zerstört. In Friesach schlug ein Blitz in das Wirtschaftsgebäude eines 47 Jahre alten Landwirtes ein. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder, landwirtschaftliche Geräte und Futtervorräte wurden vernichtet, Menschen und Tiere kamen aber nicht zu Schaden.

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