So, 27. Mai 2018

Wall-Street-Schock

07.10.2008 11:44

Dow Jones fällt unter 10.000 Punkte

Belastet von der Finanzkrise und den Sorgen um die US-Konjunktur ist der Dow-Jones-Index am Montag erstmals seit Oktober 2004 unter die Marke von 10.000 Punkten gefallen. Der Index fiel um 369,88 Einheiten bzw. 3,58 Prozent auf 9.955,50 Zähler. Dabei waren die Verluste im Verlauf des Tages beträchtlich größer, und der Dow Jones verzeichnete zeitweise sogar einen Einbruch von mehr als sieben Prozent oder 800 Punkten. Erst im Späthandel konnte ein Großteil der Verluste wieder aufgeholt werden. Der Leitindex überschritt zu Handelsschluss die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten jedoch nicht mehr.

Der die wichtigsten Versorgungswerte umfassende Dow-Jones-Utilities-Index sank 22,64 Zähler auf 389,07 Punkte, das entspricht einem Minus von 5,5 Prozent. Der als Trendbarometer angesehene Dow-Jones-Transport sank um 32,94 Punkte oder 0,8 Prozent auf 4.101,61 Einheiten.

Unter den an der New York Stock Exchange gelisteten Titel standen sich 258 Gewinner und 2.268 Verlierer gegenüber. 24 Werte notierten unverändert. Insgesamt wurden rund 1.727,66 Millionen Aktien umgesetzt. Das Tageshoch erreichte der Dow-Jones-Industrial-Index bei 10.322,76 Punkten, das Tagestief lag bei 9.525,32 Zählern.

Zahlreiche Übernahmen wegen Finanzkrise
Das Rettungspaket der US-Regierung für die Finanzbranche konnte die nervöse Stimmung an den internationalen Leitbörsen nicht vertreiben. Im Gegenteil, die weltweite Rettungsmaßnahmen dürften an den Börsen als Indiz für eine Zuspitzung der Krise gewertet werden, so ein Aktienhändler. Die Sorgen um das Ausmaß der Finanzkrise und die globale Konjunkturschwäche wurden zu Wochenbeginn von zahlreichen Übernahmen begleitet.

Streit zwischen Citigroup und Wells Fargo eskaliert
Der Übernahmekampf der viertgrößten US-Bank Wachovia zwischen der Citigroup und Wells Fargo ist eskaliert. Ein Gericht hatte das durch die Citigroup erstrittene Exklusivverhandlungsrecht für die Wachovia wieder aufgehoben und damit den Konkurrenten Wells Fargo erneut ins Spiel gebracht. Die US-Notenbank Fed beharrte auf eine schnelle Einigung und empfiehlt die Aufteilung der Bank unter beiden Kontrahenten.

Nun hat Citigroup sowohl gegen Wells Fargo als auch gegen Wachovia eine Milliardenklage eingereicht und fordert mehr als 60 Milliarden Dollar Entschädigung. Citigroup rutschte um 5,12 Prozent auf 17,41 Dollar ab und Wachovia sank um 6,92 Prozent auf 5,78 Dollar. Wells Fargo verbilligte sich um 2,66 Prozent auf 33,64 Dollar.

Bankenwerte schwach
Die Bank of America steht nach der Übernahme des Hypothekenfinanzierers Countrywide Financial Corp. nun für dessen Risikokredite gerade. Die Summe der Erleichterungen für die 400.000 Betroffenen könnte sich auf bis zu 8,6 Milliaraden Dollar belaufen. Anteilsscheine der Bank of America büßten 6,55 Prozent auf 32,22 Dollar ein. Auch andere Bankenwerte zeigten sich schwach: JP Morgan verlor 4,14 Prozent auf 44,00 Dollar und Morgan Stanley gab 1,76 Prozent auf 23,50 Dollar ab.

US-Automobilindustrie droht Pleitewelle
In der US-Automobilindustrie stehen nun die Autohändler unter Druck. Der Branche droht aufgrund der ausbleibenden Nachfrage eine Pleitewelle. Im vergangenen Jahr mussten 430 der rund 20.000 Händler der Nationalen Autohändlervereinigung (NADA) schließen, für 2008 wird mit mindestens 500 bis 600 Pleiten gerechnet. Titel der Automobilbranche reagierten mit Kursverlusten auf die negativen Nachrichten. Ford büßte 8,89 Prozent auf 3,69 Dollar ein und General Motors verbilligt sich um 5,78 Prozent auf 8,48 Dollar.

Eine weitere spektakuläre Übernahme stand ebenfalls im Mittelpunkt des Geschehens. Der Pharmakonzern Eli Lilly will das Biotechnologieunternehmen ImClone Systems für rund 6,5 Milliarden Dollar in bar übernehmen. Das letzte Wort haben die Aktionäre, die Konzernführung von ImClone empfiehlt den Investoren allerdings die Annahme des Angebots. Eli Lilly sank um 7 Prozent auf 38,42 Dollar und ImClone verzeichnet sogar ein Plus von 2,97 Prozent auf 66,89 Dollar.

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