Sa, 18. August 2018

Wie bitte?

26.12.2007 19:54

Männer sprechen anders ¿ Frauen auch

Wenn Männer und Frauen miteinander sprechen, dann fällt früher oder später meist der Satz „Du kannst mich einfach nicht verstehen, oder?“. Und viele wissen gar nicht, wie richtig sie mit dieser Aussage liegen. Denn Männer und Frauen ticken einfach anders. Wir verwenden Worte derselben Sprache, dennoch könnten wir kaum unterschiedlicher sein. Doch wenn wir die Fremdsprache des anderen Geschlechts zumindest im Ansatz erlernen, kann Erfolg und Liebesglück die Folge sein – verlockend, oder?

Der Schlüssel zum Unterschied zwischen Männern und Frauen liegt in unseren Gehirnen. Männer und Frauen funktionieren anders: Wir haben uns unterschiedlich entwickelt, weil sonst die Spezies Mensch nicht überlebt hätte. Das männliche Gehirn ist darauf ausgelegt, zu jagen und zu beschützen. Das weibliche Gehirn folgt seiner Aufgabe aus der Urzeit, die Familie zu ernähren und das Nest zu hüten. Beide Aufgaben sind gleichwertig, doch Männer und Frauen unterscheiden sich stark voneinander: Die beiden Geschlechter verarbeiten dadurch Informationen auf unterschiedliche Art und Weise, haben andere Überzeugungen und andere Prioritäten.

Wann sprechen Männer – wann Frauen?
Bei der Kommunikation folgen Männer und Frauen gänzlich unterschiedlichen Mustern. Männer mussten sich bei der Jagd mittels nonverbalen Signalen verständigen. Sie saßen oft stundenlang nebeneinander, schweigend. Sie freuen sich über Gesellschaft, haben Spaß an dem, was sie tun, jedoch ohne zu sprechen. Und das ist nicht negativ – es ist einfach so. Wenn Frauen jedoch zusammensitzen, ohne zu reden, dann gibt es meistens ein Problem. Denn für Frauen ist die Sprache Mittel zur Harmonie und zum Austausch - ohne Gespräch fühlen sie sich nicht wohl. Die Herausforderung ist offensichtlich. Frauen wittern Probleme, Männer haben jedoch oft keine.

Männliche und weibliche Problemverarbeitung
Frauen haben weiters das unbedingte Bedürfnis, sich ihre Probleme von der Seele zu reden. Männer nicht. Männer können ihre Herausforderungen gut verdrängen, bis sie selbst in einem inneren Dialog eine Lösung dafür gefunden haben. Bei Frauen bleibt das Problem gegenwärtig, und muss besprochen werden – sie denken laut. Ein Verhalten, das bei Männern oft auf Unverständnis stößt. Die Reaktion des Mannes: Er will eine Lösung anbieten. Die Erwartung der Frau: Sie will einfach nur reden. Kommt der Mann mit Lösungsvorschlägen, fühlt sie sich unverstanden und bevormundet. Die Krise ist perfekt.

Ein klassisches Beispiel: Sie fragt ihn, ob sie am Abend das rote oder das schwarze Kleid anziehen soll. Männer tendieren vorschnell zu einer Antwort, und Frauen reagieren gereizt: „Wieso das eine? Was stimmt mit dem anderen nicht?“. Und schon ist der schönste Streit perfekt. Tipp: In einer solchen Situation solltest du dich als Mann niemals zu einer vorschnellen Antwort hinreißen lassen. Stell einfach viele Fragen, und lass deine Frau zu ihrer eigenen Lösung kommen. „Schatz, was denkst du denn darüber?“ – und die Angelegenheit ist meist erledigt.

Multitasking
Unterhaltungen sind für Frauen ein Mittel, um ihre Beziehungen zu festigen und Gefühle zu verarbeiten und ihr Umfeld an sich teilhaben zu lassen. Männer sprechen, um Informationen zu übermitteln. Frauen reden daher gern, viel und in jeder Situation. So können Frauen beispielsweise gleichzeitig Fernsehen, und sich unterhalten. Für Männer ist das oft eine Entweder-Oder-Entscheidung – sie reagieren gereizt und fordern ihre Liebste dazu auf, endlich den Schnabel zu halten oder den Fernseher abzuschalten. Frauen können das oft nicht nachvollziehen.

Gegenseitiges Verständnis ist oft die beste Lösung. Denn: Für Frauen ist ein häufiger Trennungsgrund jener, dass zu wenig gesprochen wird. Daher sollten Männer versuchen, mehr zu sprechen. Und Frauen müssen versuchen, nicht hinter jeder schweigsamen Minute eine Beziehungskrise zu vermuten – und ihre Gedanken manchmal an anderer Stelle zu deponieren. Oder mit dem Partner einen Termin vereinbaren, zu dem bewusst miteinander gesprochen wird.

Multitasking?
Eine weitere Herausforderung ist jene, dass Frauen an viele Dinge gleichzeitig denken und daher auch in komplexeren Strukturen sprechen können. Frauen haben daher auch oft die Angewohnheit, blitzschnell zwischen Themen zu wechseln, was Männer extrem verwirrt und verärgert – sie können den schnellen Gedankengängen einfach nicht folgen. Männer brauchen Sprache möglichst einfach. Klare Ansagen, klare Aufforderungen, klare Botschaften.

Die Kunst der richtigen Aufforderung
Frauen umschreiben Dinge oft, schwächen Aussagen ab, um ihr Umfeld nicht zu verletzen. Keine Sorge, die Gefahr besteht nicht – Männer brauchen Klartext. Daher statt „Könntest du mir bitte die Butter bringen?“. „Bring mir bitte die Butter.“ Und auch, wenn das „bitte“ wegfällt, werden es die meisten Männer verkraften und der sachlichen Aufforderung Folge leisten. Männer sollten umgekehrt weicher formulieren, um Frauen nicht zu verletzen oder zu befehligen.

Eine weitere Falle sind „Kannst du…?“-Fragen: Männer fassen diese oft als Kontrolle ihrer Fähigkeiten auf, und reagieren gereizt. Beziehungsweise entsteht durch diese Art der Frage seitens der Männer keinerlei Verpflichtung, auch wirklich der Aufforderung nachzukommen. Denn natürlich kann er den Müll hinausbringen – er ist ja physisch in der Lage dazu.

Ein anderes heikles Thema sind Unterbrechungen. Denn Männer unterbrechen einander meist nur dann, wenn sie ärgerlich werden oder einander übertrumpfen wollen. Frauen unterbrechen, um Interesse zu zeigen – sie werden daher von Männern manchmal als unhöflich wahrgenommen. Tipp für Frauen: Durch kurze Laute wie „Hmm“ Interesse signalisieren. Und beim Zuhören nicht zu viele Emotionen zeigen. Denn Männer variieren ihre Gesichtsausdrücke beim Zuhören kaum.

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