28.06.2007 22:56 |

Alarmierende Studie

Ein Drittel der Schüler dachte schon an Suizid

Ein Drittel aller 15-jährigen Schüler in Wien hat schon einmal Selbstmordgedanken gehabt. Einen Tag vor der Zeugnisverleihung sind Experten der "Universitätsklinik für Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters" mit diesem schockierenden Ergebnis ihrer Studie an die Öffentlichkeit gegangen. Besonders schlimm: Fast die Hälfte der Mädchen in dieser Altersgruppe leidet unter Depressionen und hat Suizidgedanken. Den Studienautoren zufolge sollen Ärzte bei Untersuchungen von Jugendlichen in Zukunft verstärkt nach Depressionen und Drogenmissbrauch fragen.

Besonders Mädchen sind betroffen: 29,1 Prozent der Burschen und 48,5 Prozent der jungen Frauen gaben an, schon einmal Selbstmordgedanken gehabt zu haben. Die Autoren: "Mehr als ein Drittel der Wiener Oberstufenschüler berichteten in unserer Studie von Suizidgedanken in ihrem bisherigen Leben. Bei Jugendlichen, die einen Arzt aufsuchen, sollte immer auch eine psychiatrische Begleiterkrankung (z.B. Depressionen, Substanzmissbrauch), schädliche psychosoziale Faktoren (zerbrochene Familien) und Gewohnheiten (Rauchen) erhoben werden."

Viele kommen aus zerbrochenen Familien
29,1 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage kamen aus "zerbrochenen Familien", von ihnen hatten 48,4 Prozent schon Selbstmordgedanken. 14,5 Prozent berichteten von Depressionen. In dieser Gruppe hatten 61,3 Prozent Suizidgedanken. 8,4 Prozent gaben wiederum  Drogenmissbrauch an. Von ihnen hatte ein Drittel schon an Selbstmord gedacht.

Türkan Akkaya-Kalayci und die Co-Autoren, die die Studie unter Leitung des Kinderpsychologen Max Friedrich durchführten, haben 214 Schüler einer Handelsakademie, einer Höheren Technischen Lehranstalt sowie eines Gymnasiums in Wien per Interviewbogen befragt. Die Rücklaufquote war mit rund 83 Prozent sehr hoch. 117 Teilnehmer waren Burschen, 97 Mädchen. Das Durchschnittsalter betrug 15,4 Jahre.

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