Mi, 18. Juli 2018

An die Kette gelegt

31.01.2018 23:28

Wie ist das eigentlich mit Schneeketten?

Für den Anreisetag ist starker Schneefall vorausgesagt? Die angemietete Skihütte liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen? Dann kann es sinnvoll sein, Schneeketten im Kofferraum zu haben. Was man dazu wissen muss, erklärt Hans-Georg Marmit, Kfz-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS.

Wer im Winter in die Berge fährt, denkt mit Schneeketten im Kofferraum für den Ernstfall mit. Bei starkem Schneefall und schneebedeckter Straße kann es sein, dass man sonst nicht weiterkommt. Eine örtliche Schneekettenpflicht wird durch ein rundes blaues Schild mit einem Bild der Traktionshilfe vorgeschrieben.

Vor dem Kauf der Schneeketten sollte man als erstes in die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs schauen, was dort über Schneekettennutzung steht. Bei Alufelgen oder Zubehörfelgen ist zu prüfen, was der Felgenhersteller zum Thema Schneeketten schreibt (ABE, Teilegutachten). Die kleinste vom Fahrzeughersteller freigegebene Rad-/Reifenkombination eignet sich am besten für die Schneekettenmontage. Ist sehr wenig Platz im Radkasten, sind feingliedrige Schneeketten notwendig. Besonders empfehlenswert sind Schneeketten mit einer Gliedhöhe von 7 bis 10 mm. Es gibt unabhängige Tests, die Aufschluss über die Qualität und die Handhabung geben können. Wer Ketten nur für eine Urlaubsreise braucht, kann sie auch leihen. Automobilklubs und manche Werkstätten bieten diesen Service an.

In Österreich müssen die Ketten der Ö-Norm entsprechen. Zu erkennen ist das am entsprechenden Symbol, den ineinander geschachtelten Buchstaben Ö und N.

Man sollte die Ketten rechtzeitig aufziehen, ist das Auto einmal festgefahren, wird die Montage sehr mühsam. Die Traktionshilfe wird in der Regel auf der Antriebsachse montiert. Bei frontgetrieben Modellen und im Besonderen bei längeren Bergauffahrten sind die Schneeketten auf der Vorderachse zu montieren. Auf einer längeren glatten Gefällestrecke mit voll beladenem Fahrzeug, z.B. von einem Pass bergab, wäre es durchaus sinnvoll, die Schneeketten auf der Hinterachse zu montieren, damit das Fahrzeug besser in der Spur bleibt und bei einem Bremsmanöver nicht das Heck ausbricht.

Je nachdem, für welches System man sich entschieden hat, erfordert das Aufziehen etwas Übung. Bestenfalls hat man das Anlegen zu Hause in Ruhe einmal ausprobiert. Für den Fall der Fälle im Schnee sollte man zudem Handschuhe, wasserfeste Unterlage, Lampe und Warnweste (ist sowieso vorgeschrieben) mitnehmen. Nach einer kurzen Strecke sollte man den Sitz der Ketten noch einmal überprüfen und gegebenenfalls nachspannen.

Fahren mit Schneeketten
Mit Schneeketten sollte man nicht schneller als etwa 50 km/h fahren empfiehlt der ÖAMTC. Auf trockener oder nasser Fahrbahn am besten gar nicht. Besondere Vorsicht gilt in Kurven: Hat man die Schneeketten auf den Vorderreifen montiert, dann haben die Hinterräder weniger Halt, die Vorderräder dagegen greifen gut. Dadurch kann das Heck leicht ausbrechen.

Montiert man (bei Hinterradantrieb) die Schneeketten an der Hinterachse, ist der Vortrieb gut. In der Kurve fährt man bei nicht angepasster Geschwindigkeit allerdings geradeaus weiter, da die Vorderreifen beim Übertragen der Lenkkräfte auf die Schneefahrbahn überfordert sind.

(SPX)

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