Sa, 22. September 2018

Salzburg

03.09.2017 08:10

"Da geht einem das Herz auf" ...

…, beschreibt Annemarie Moser-Pröll ihre Heimat Kleinarl im Herzen des Salzburger Landes. Man kann sich der Skilegende nur anschließen!

Weg will sie eigentlich nie. Wozu auch. In ihrem "Dahoam" in Kleinarl am Fuße des mächtigen Bergstocks Ennskraxn, fühlt sich Kleinarls berühmteste Tochter und Skilegende Annemarie Moser-Pröll am wohlsten. Unzählige Male ist sie zum Tappenkarsee gelaufen oder auf die Ennskraxn gesteigen - um in Form zu bleiben. Damals sorgten die wunderschöne Natur und Berglandschaft hier in den Radstädter Tauern auch für ihre Kondition.

Und die hatte es in sich und brachten ihr unter anderem stolze fünf Weltmeister-, sechs Weltcup- und einen Olympiasieg ein. Heute noch verbringt sie so viel Zeit wie möglich in den Bergen. "Da geht einem das Herz auf. Sowas Schönes muss ma sonst suchen und wir haben es vor der Haustür", lacht sie, während sie auf der Kurzeggalm in ihr Käsebrot beißt und den Blick auf die beeindruckende Bergwelt der Bischofsmütze, des Dachstein, der Hohen Tauern und Ennskrax schweifen lässt.

Heute ist sie aber nicht hinaufgelaufen wie anno dazumal, sondern hat sich mit uns auf ein E-Bike geschwungen. So kommt selbst der wenig trainierte Radfahrer in den Genuss einer längeren Radtour auf einem der bestens markierten E-Bike-Wege - inklusive Verleihstationen und E-Tankstellen - in der Region Wagrain-Kleinarl. Und kann das traumhafte Panorama zum Beispiel auf der Kurzeggalm bei Claudia und Norbert genießen. Kaspressknödelsuppe und einen kleinen Schnaps zur Belohnung hat sich jeder verdient - egal, mit welcher Unterstützungsstufe er nach oben geradelt ist. Nicht jeder ist so fit wie eine 64-jährige Sportlegende.

Ohne motorische Hilfe wandern wir zum Tappenkarsee, dem größten Bergsee in den Ostalpen. Vom smaragdgrünen Jägersee gehts auf 1768 Meter hinauf. Die beiden Seen der rund 770 Einwohner zählenden Gemeinde haben vor kurzem "Konkurrenz" bekommen. Nach einem schweren Unwetter Anfang August verschütteten Muren Straßen, rund 50.000 Kubikmeter Geröllmassen schoben sich vom Berg Richtung Tal und stauten ein Bachbett auf der Höhe der Talstation der Tappenkarsee-Seilbahn auf. Nach der Gewitternacht machten sich die Kleinarler an die Aufäumungsarbeiten und entdeckten zwei "neue" Gebirgsseen. Wanderer und zahlreiche Schaulustige sind vom türkisblauen Wasser dort begeistert. "So viele Autos stehen sonst nie auf dem Parkplatz der Schwabalm", erzählt Stefan Passrugger, Geschäftsführer vom Tourismusverband Wagrain-Kleinarl und Vizebürgermeister und freut sich über die neuen Attraktionen und Besucher, die vom Parkplatz nun nicht mehr nur zum Jäger- oder Tappenkarsee aufbrechen.

Beim letzteren Angekommen, lässt sich schnell erahnen, warum Annemarie Moser-Pröll sich hier so wohl fühlt. Gegen Abend kehrt Ruhe oben auf der Alm, wo Franz und Maria Hausbacher über den Sommer die Kühe und Pferde der Bauern aus dem Tal unten versorgen und durstige Wanderer nicht nur mit frischer Buttermilch mit Preiselbeeren empfangen. Ein Zirbenschnapserl darf natürlich auch sein.

Bei soviel Gemütlichkeit kann man sich leicht vertratschen, aber wir müssen weiter: Nach 20 Minuten Aufstieg geht's für uns ins Bett in der Tappenkarseehütte, wo wir mit anderen müden Wanderern unser Nachtlager aufschlagen. Schließlich wollen einige am nächsten morgen den Ausblick und Sonnenaufgang auf dem Draugsteintörl erleben. "Über 70 Gäste können bei uns übernachten", betont Pächter Hannes Höller.

Neben Gipfelerklimmungen, Radtouren und zwei "neuen" Seen haben Gäste im Salzburgerland jetzt auch noch bis Anfang November noch die Gelegenheit die "fünfte Jahreszeit" der Region zu erleben: Der Bauernherbst mit zahlreichen Festen hat seine Tore geöffnet.

Diana Krulei, Kronen Zeitung

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