Do, 19. Juli 2018

Der Dynamiker

28.07.2017 01:26

Range Rover Velar: Luxus und Hochstand

Während Großbritannien den Abschied vom Verbrennungsmotor plant, werden auf der Insel immer bessere Autos gebaut. Wie der brandneue Range Rover Velar. Verkehrte Welt, irgendwie. Der Verbrexit ist ebenso unsinnig wie der Brexit. Viel sinnvoller ist die Einführung des vierten Range Rover im Land-Rover-Modellprogramm.

Der Velar macht auf den ersten Blick klar, dass er der Dynamiker in der Familie ist, über dem Feschak Evoque und unterhalb des gar nicht so sportlichen Range Rover Sport platziert, den der 4,80 m lange Velar nur um 5 cm unterbietet. Dafür ist er schmäler und mit dem nach hinten abfallenden Dach vor allem niedriger.

Hinter den flachen Matrix-Laser-LED-Scheinwerfern (bis zu 4710 Euro Aufpreis; einfache LEDs sind Serie) formt sich ein trainierter Körper mit klarem, reduziertem Design, der zu 80 Prozent aus Aluminium besteht (der leichteste Velar wiegt 1804 kg). So reduziert, dass man sogar auf Türgriffe verzichtet hat, könnte man meinen. Doch die fahren aus, wenn sie gebraucht werden, sonst warten sie bündig versenkt auf einen Auftrag.

Ebenfalls großteils aus Aluminium besteht das grundsätzlich adaptive Fahrwerk. Die Sechszylinder-Versionen sind sogar luftgefedert, bieten 25 cm Bodenfreiheit und machen auch vor 65 cm tiefen Furten nicht halt. Auch wenn der Range Rover Velar vor allem asphaltorientiert ist - Grenzen im Gelände setzt eher der Mut des Fahrers.

Vor allem ist sportlicher Luxus angesagt. Das Fahrwerk ist komfortabel, aber deutlich straffer als bei den großen Brüdern abgestimmt und auch mit ambitionierter Fahrweise nicht aus der Ruhe zu bringen. Da stört kein exzessives Wanken, die Lenkung dürfte aber gerne etwas gefühlvoller sein. Windgeräusche waren bei den Testfahrten in Norwegen kein Thema, allerdings ist das Tempo im Land der Fjorde auf maximal 110 km/h begrenzt.

Die beiden getesteten Dreiliter-V6-Motoren arbeiten herrlich souverän, der 300-PS-TwinTurbo-Diesel mit seinen 700 Nm wie auch der 380 PS starke Kompressor-Benziner, der den 1,9-Tonner in 5,7 s auf 100 km/h beschleunigt. Er passt zum Velar besser als etwa zum Land Rover Discovery, wo er immer etwas gequält wirkt. Alternativ stehen Zweiliter-Vierzylinder zur Verfügung, ein Turbo-Diesel mit 180, ein TwinTurbo-Diesel mit 240 PS und zwei Benziner mit 250 (Turbo) und 300 PS (TwinTurbo). Letzterer wird etwas später eingeführt.

Einen Meilenstein setzt der Velar mit dem neuen Bediensystem Touch Pro Duo. Es ergänzt den 10-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole durch einen zweiten darunter, wo man z.B. Klimaanlage und Fahrmodi einstellen kann. Der Clou sind zwei Drehregler, die unterschiedliche Funktionen erfüllen können. Das sieht nicht nur stylisch aus, es lässt sich auch nach kurzer Eingewöhnung recht intuitiv bedienen. Ebenfalls neu sind die Bedienelemente am Lenkrad. Auch sie sind eigentlich berührungsempfindliche Displays. Dazu kommt optional ein volldigitales Kombiinstrument. Netter Effekt: Beim Einsteigen richtet sich das flach in der Konsole platzierte obere Display leicht auf, um besser im Blickfeld zu liegen.

Die Platzverhältnisse sind (außer auf der Rückbank) großzügig (Kofferraum 673 bis 1731 Liter), die Materialien hochwertig - und auf Wunsch vegetarisch: Mit dem dänischen Spezialisten Kvadrat haben die Briten sehr angenehme Luxus-Textilbezüge entwickelt (teils aus recycelten Plastikflaschen), die in der Qualität Leder entsprechen sollen - jedenfalls ebenso teuer sind. Zum Basispreis von 61.300 Euro wird ohnehin kaum ein Velar das Werk in Solihull verlassen - aber sicher mit reinem Verbrennungsmotor.

Warum?

  • Weil sein Design bestechend ist
  • Das Touch Pro Duo ist extrem cool

Warum nicht?

  • Etwas eng auf der Rückbank

Oder vielleicht …

… doch noch warten, bis der V8 kommt?

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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