23.04.2017 18:45 |

Von wegen verboten

Dodge Demon: Die Wahrheit über den Drag-Race-Bann

Er ist ein Höllengerät, der Dodge Challenger SRT Demon. Mit 840 PS und 1044 Nm ist er so stark, dass er beim Start auf einer Drag-Rennstrecke die Vorderräder von der Straße hebt. Doch der Hersteller ist nicht nur geschickt beim Bau eines PS-Monsters, sondern auch in Sachen PR: Flugs wurde das Gerücht in Umlauf gebracht, dass der Bolide von der zuständigen Organisation von sämtlichen Drag Races ausgeschlossen wurde. Das stimmt so nicht - auch wenn ein Fünkchen Wahrheit dran ist.

Zweifellos gehört der Demon zu den stärksten und schnellsten Serienautos, die derzeit gebaut werden, und ab Werk ein König der Drag Races. Der Muscle Car schafft den Standard-Sprint in beeindruckenden 2,3 Sekunden. Relevanter für das Drag-Race-Thema ist jedoch die Zeit für die Viertelmeile: Hier stehen 9,65 Sekunden zu Buche, bei 140 mph (225 km/h) Topspeed, offiziell bestätigt von der NHRA, der National Hot Rod Association. Und hier beginnt das Missverständnis, bzw. die Fehlinformation.

"An der Grenze zwischen Street Car und Drag Car"
Tatsache ist, ein Auto, das die Quartermile in unter zehn Sekunden und über 135 mph (217 km/h) absolviert, braucht laut NHRA-Regeln einen Überollkäfig, den es für den Demon nicht als Serienausstattung gibt, sowie weiteres Zubehör wie Fensternetz, Hauptschalter oder auch ein Fahrerrückhaltesystem, einen Nackenschutz wie "Hans" und neben einer Rennlizenz auch noch zertifizierte Schutzkleidung. Das wiederum bedeutet aber nicht, dass man grundsätzlich nicht ohne das alles antreten darf, auch wenn beim Super-Dodge die "Grenze zwischen Street Car und Drag Car verschwimmt", wie die NHRA konstatiert.

Wahr ist: Wer die zehn Sekunden unterbietet, darf am selben Tag nicht mehr starten, es sei denn, er rüstet sein Fahrzeug um. Wer aus welchen Gründen auch immer im Rennen zehn Sekunden oder mehr braucht und auch nicht schneller als 217 km/h fährt, wird hingegen nicht ausgeschlossen.

Der Hype um den Demon ist durchaus berechtigt - übertreiben müssen wir ihn nicht.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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