Vor fünf Jahren, am 26. Oktober 2021, wurde das Klimaticket in Österreich eingeführt. Zuletzt hatten laut Statistik Austria bereits 1,67 Millionen Haushalte in Österreich mindestens eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr, um rund 320.000 mehr als im Zeitraum 2019/20. In Oberösterreich haben drei von zehn Haushalten mindestens eine Jahreskarte für Bus, Bim und Bahn.
Wo es gute Verbindungen gibt, können sich Pendler mit dem jeweiligen Klimaticket viel Geld sparen, insbesondere in Zeiten hoher Spritpreise, wie auch Beispiele des Verkehrsclubs Österreich zeigen. Der VCÖ hat für einige Pendelstrecken die Kosten des Klimatickets Oberösterreich mit den Spritkosten verglichen. So betragen die Spritkosten auf der Strecke Attnang-Puchheim – Linz bei 220 Arbeitstagen durchschnittlich fast 4000 Euro und sind damit fast sechsmal so hoch wie die Kosten für das Klimaticket Oberösterreich.
Einige Beispiele
„Die Ersparnis von fast 3300 Euro entspricht einem hohen zusätzlichen Monatsgehalt“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Zwischen Oberhofen und Vöcklabruck beträgt die potenzielle Ersparnis rund 1400 Euro, auf der Strecke Schärding nach Ried etwa 1500 Euro, wer von Steyr nach Linz muss, kann rund 1800 Euro und wer von Kirchdorf an der Krems nach Traun pendelt fast 2100 Euro sparen. Vorausgesetzt, man nimmt immer Bus und Bahn und nie das Auto.
Umstieg wegen Klimaticket
„Das Klimaticket ist in den Bundesländern und österreichweit ein Erfolg. Es hat für viele Menschen in Österreich das Fahren mit dem Öffentlichen Verkehr einfacher und günstiger gemacht. Jetzt ist es wichtig, dass die Klimatickets weiterhin preislich attraktiv bleiben und das öffentliche Verkehrsangebot in Österreich weiter ausgebaut und verbessert wird“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk zum fünften „Geburtstag“ des Klimatickets fest. Beim diesjährigen VCÖ-Bahntest gaben 61 Prozent der Fahrgäste an, in den vergangenen zwölf Monaten auf einzelnen Strecken vom Auto auf die Bahn umgestiegen zu sein. Der Erwerb eines Klimatickets wurde am häufigsten, nämlich von 70 Prozent, als sehr wichtiger Grund für den Umstieg vom Auto auf die Bahn genannt.
Wien bleibt Spitzenreiter
Insgesamt haben in Oberösterreich rund 195.000 Haushalte mindestens eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr, das sind 29 Prozent der Haushalte. Österreichweit haben 40 Prozent der Haushalte eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr. Spitzenreiter ist die Bundeshauptstadt Wien mit 75 Prozent. Außerhalb Wiens liegen Salzburg und Tirol mit jeweils 36 Prozent an der Spitze.
Öffi-Jobticket mit Hilfe der Unternehmen
„Für Pendlerinnen und Pendler sowie alle, die auch in der Freizeit viel mit Bahn und Bus unterwegs sind, ist das Klimaticket deutlich günstiger als das Autofahren. Zusätzlich leisten die Fahrgäste einen großen Beitrag zum Klimaschutz, zur Entlastung der Straßen und zur Reduktion der Erdölabhängigkeit des Verkehrs“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Der VCÖ appelliert an die Betriebe und Unternehmen, ihre Beschäftigten mit einem steuerbegünstigten Öffi-Jobticket zu unterstützen. Mit dem Öffi-Jobticket wird das Pendeln mit dem Öffentlichen Verkehr – sei es auf der gesamten Strecke oder in Kombination mit Park & Ride – finanziell noch attraktiver.
Preis ist nur ein Faktor
Neben dem Preis sind auch die Reisezeit und die Häufigkeit der Verbindungen zentrale Kriterien, für die Entscheidung, ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto gefahren wird. Deshalb ist es wichtig, das öffentliche Verkehrsangebot weiter zu verbessern. Wo das Angebot verbessert wird, steigen mehr Menschen auf den Öffentlichen Verkehr um.
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