Westring wieder teurer

4,7 Kilometer Autobahn kosten 1,3 Milliarden Euro

Oberösterreich
21.10.2026 10:54
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Gestiegene Baupreise, Inflation und geänderte gesetzliche Vorgaben: Nachdem man zuletzt 2022 die Kosten nach oben korrigieren musste, wurde nun bekannt, dass sich der Linzer Westring erneut um 120 Millionen Euro verteuern werde. Die einen sprechen von einem Fiasko, andere von einem „wichtigen Zukunftsprojekt“.

Die Linzer Westring-Autobahn (A26), die im Endausbau 4,7 Kilometer lang sein wird, wird noch einmal teurer als geplant: Die Kosten dürften um 120 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro steigen, wie Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) und Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) in einer Aussendung am Mittwoch mitteilten. Gründe dafür seien gestiegene Baupreise, Inflation und geänderte gesetzliche Vorgaben.

Die Kosten des Westrings, die sich gegenüber der ursprünglichen Schätzung mittlerweile verdoppelt haben, trägt zu 85 Prozent die Asfinag, das Land Oberösterreich zahlt zehn und die Stadt Linz fünf Prozent. Stelzer und Steinkellner halten trotz immer wieder steigender Kosten an dem Projekt fest: Sie erwarten, dass der Verkehr im Linzer Stadtgebiet nach der Fertigstellung um rund acht Prozent zurückgehen werde und Pendler Zeit sparen. Man könne sich solche „Zukunftsinvestitionen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten leisten“, weil man „in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet“ habe, so Stelzer.

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Obwohl verkleinert, sind die Kosten gestiegen: 646 Millionen Euro im Jahr 2011, 743 Millionen 2020, rund 1,18 Milliarden 2023 und jetzt 1,295 Milliarden Euro.

Severin Mayr, Klubobmann Grüne OÖ

Grüne gegen „Blankoscheck“
Die Grünen sprechen indes von einem „Fiasko“. Aus ihrer Sicht räche es sich nun, dass das Land „keinen vertraglichen Kostendeckel eingezogen und damit jeden Preissprung mitzutragen hat“. Dieser „Blankoscheck“ müsse weg, die Mitfinanzierung müsse neu verhandelt werden, kündigte Klubobmann Severin Mayr einen entsprechenden Antrag seiner Fraktion an. „Was könnte man mit 1,3 Milliarden Euro nicht alles für eine klimafreundliche Mobilität machen“, sinniert Mobilitätssprecherin Dagmar Engl, die kritisiert, dass man „um jedes Öffi-Projekt ringen muss und jeder kleine Radweg abgetrotzt werden muss“, während hier „steigende Unsummen in ein Ultra-alt-Projekt gesteckt“ würden.

Gestiegene Kosten
Die Bauarbeiten für den zweiten Abschnitt haben im vergangenen Sommer begonnen: Ein mehr als drei Kilometer langer Tunnel durch den Freinberg soll die Ende 2024 eröffnete Donautalbrücke mit der Mühlkreisautobahn (A7) verbinden. Für das Jahr 2032 ist die Verkehrsfreigabe der zwei getrennten Röhren – mit jeweils zwei Fahrspuren – gemeinsam mit der Unterflurtrasse Waldeggstraße geplant. Der dritte und letzte Abschnitt mit der Westbrücke soll von 2033 bis 2035 umgesetzt werden.

Neue Vorschriften für Aushubmaterial
Was die geänderten gesetzlichen Vorgaben betrifft, geht es u. a. um eine geplante Neuregelung der Vorschriften für Aushubmaterial, wie Andreas Fromm, Geschäftsführer der Asfinag Bau Management GmbH, den „OÖN“ sagte. Die Asfinag befürchtet, dass künftig ein erheblicher Teil des ausgebrochenen Gesteins nicht mehr verwertet werden darf, wenn die vorgesehenen Selen-Grenzwerte überschritten werden. Die Asfinag rechnet dafür mit zusätzlichen Kosten von rund 40 Millionen Euro. Weitere 40 Millionen Euro würden demnach auf gestiegene Baukosten entfallen und 35 Millionen Euro sich auf kleinere Positionen verteilen, etwa Lärmschutz für die Anrainer. An das Angebot für den Einbau von Lärmschutzfenstern hätten mehr Haushalte als kalkuliert angenommen.

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