Nach einem Dürresommer und einer ungewöhnlich frühen Ernte gibt es mit dem steirischen Junker jetzt den ersten Wein des neuen Jahrgangs zu kosten. Was die Qualität angeht, sind Winzer zuversichtlich. Der Weinverkauf ist heutzutage aber kein Selbstläufer mehr.
Der Weinbau ist eine der wenigen Sparten der heimischen Landwirtschaft, die den heurigen Dürre- und Hitzesommer weitgehend gut überstanden haben. „Wir hatten das große Glück, dass wir im letzten Moment immer noch genug Niederschlag bekommen haben“, sagt Wein-Steiermark-Obmann Stefan Potzinger. Trotz der Trockenheit sei durch die Bank kaum mit Ernteausfällen zu rechnen, „wenngleich einzelne Betriebe stark leiden, vor allem solche mit Flächen auf kargen Böden“, ergänzt Weinbau-Direktor Martin Palz.
Wir konnten uns über gesunde, aromaintensive Trauben mit sehr guten Zucker- und Säurewerten freuen.

Stefan Potzinger, Obmann Wein Steiermark
Bild: Christian Jauschowetz
Größere Ernte als im Vorjahr
Viele Sonnenstunden und Hitze führten heuer zu einer frühen Traubenreife und dementsprechend habe auch die Weinlese so früh begonnen wie noch nie. „Wir konnten uns über gesunde, aromaintensive Trauben mit sehr guten Zucker- und Säurewerten freuen“, so Potzinger. Was die Menge angeht, rechnet man zumindest mit einer Normalernte, oder sogar etwas mehr als im Vorjahr – wo knapp 245.000 Hektoliter Wein produziert wurden.
Was die Qualität des neuen Jahrgangs angeht, können sich Steirer bald selbst ihr Urteil bilden: Am 23. Oktober ist Verkaufsstart für den steirischen Junker, der erste junge Wein aus der Lese 2026. „Die Weine sind sehr saftig und leicht, haben aber trotzdem eine reife Aromatik“, gibt Junker-Botschafterin Julia Perner vom gleichnamigen Weingut im südsteirischen Retznei einen Vorgeschmack. Fixtermin für gesellige Weinliebhaber ist auch heuer wieder die große Junkerpräsentation mit rund 100 Winzern in der Grazer Stadthalle am 4. November.
„Haben Export etwas vernachlässigt“
Jetzt müssen Winzer ihr Produkt auch noch an den Mann bringen. Denn die goldenen Jahre, als der Weinverkauf quasi ein Selbstläufer war, sind vorbei. Viele Weinkeller sind noch gut aus dem Vorjahr gefüllt, wie man hört. „Wir müssen für den Verkauf heute viel mehr tun als früher“, sagt Stefan Potzinger – vor allem auch über die Grenzen hinausdenken. „Wir machen Top-Qualitäten, die international absolut konkurrenzfähig sind. In den letzten Jahrzehnten haben wir aber so viel Wein in Österreich und der Steiermark verkauft, dass wir den Export fast etwas vernachlässigt haben.“
Dementsprechend will man seitens Wein Steiermark vermehrt Akzente setzen, um international sichtbarer zu werden. Zugleich soll die kürzlich vorgestellte Initiative „Wir trinken steirisch“ auch den heimischen Markt – vor allem in der Gastro – beleben.
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