Unmut bei Lkw-Fahrern
Proteste in Süditalien verknappen Lebensmittel
In Süditalien breitet sich derzeit der Protest von Spediteurinnen und Lkw-Fahrern gegen die hohen Kraftstoffpreise aus. Blockaden und Protestaktionen an Straßen, Hafenzufahrten und Logistikzentren behinderten den Warenverkehr in mehreren Regionen. In vielen Supermärkten bleiben die Regale leer.
An Tankstellen gehen die Kraftstoffvorräte zur Neige, Waren stauen sich in Lagern und auf Lastwagen. In den Provinzen Neapel und Caserta verzögern Blockaden beim Be- und Entladen von Warenlagern die Belieferung des Einzelhandels. Auf Sizilien gehen nach mehreren Protesttagen nun die Vorräte an Fleisch, Wasser und Nudeln zurück, in Kalabrien werden Fisch, Milch und Mehl knapp. In Apulien sind Kühl- und Lagerräume landwirtschaftlicher Betriebe mit Gemüse, Obst und Pilzen gefüllt, die nicht zu den Vertriebszentren transportiert werden können. Gefährdet sind vor allem frische, nur begrenzt haltbare Lebensmittel.
Auch Benzin wird knapper. Vor den noch geöffneten Tankstellen bilden sich Warteschlangen. Die Proteste begannen am Sonntag gegen Mitternacht in der Region um Neapel und breiteten sich auf Verkehrsknotenpunkte aus. Besonders betroffen waren die Autobahnen A1 zwischen Mailand und Neapel sowie A30 zwischen Caserta und Salerno. Auf der A1 bildeten sich in Richtung Rom jeweils rund zwei Kilometer lange Staus unweit von Neapel. Die Demonstrantinnen und Demonstranten erklärten den Verkehrsteilnehmenden die Gründe für ihren Protest.
Hier sehen Sie Aufnahmen vom Protest beim Hafen von Neapel:
Nach Schätzungen des Handelsverbands Confcommercio verursachten fünf Tage Stillstand auf Sizilien jetzt Schäden in der Höhe von bis zu 50 Millionen Euro im Lebensmittelhandel und in der Frischeprodukt-Lieferkette.
Ausgerufen hatte die Protestaktionen die regionale Logistikvereinigung Fedralog. In der Region Kalabrien wurden rund 15 Proteststandorte eingerichtet, darunter im Bereich des Flughafens Lamezia Terme, am Hafen von Gioia Tauro sowie im Raum Cosenza nahe den Anschlüssen zur Autobahn. Die jüngsten Aktionen kommen zu den seit Tagen anhaltenden Protesten der Landwirtinnen und Landwirte gegen die hohen Treibstoffpreise hinzu.
Regierung verhandelt über Hilfen
Am heutigen Dienstag wird sich Italiens Verkehrsminister Matteo Salvini mit den Verbänden des Straßengüterverkehrs treffen. Dabei soll es um mögliche staatliche Hilfen gehen. Die Regierung plant rund 430 Millionen Euro an Steuergutschriften, um die hohen Treibstoffpreise zu kompensieren. Allerdings verzögerte sich die Auszahlung aufgrund von Prüfungen und Verfahrensproblemen.

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