Die widrigen Zustände in einem Haus in der Landstraße schockierten viele „Krone“-Leser. Stadt und Behörden drängen nun auf eine schnelle Lösung. Die Warmwasser- und Heizversorgung soll dort jetzt schleunigst wieder hergestellt werden. Und: Das sagt die Wohnbaustadträtin zu den schweren Vorwürfen der Grünen
Staub, Baustellenlärm, Einschüchterungen sowie durch das Abdrehen von Gas und Strom „rausgeekelt“. Es sind harte Vorwürfe der Grünen, um die es in der Paulusgasse 5 im 3. Bezirk geht – wir berichteten. Zudem orten sie dort auch „Spekulation“. Von denen soll es laut den Ökos übrigens „Hunderte Häuser“ in ganz Wien geben. Der Stadt und dem Bezirk unterstellten sie außerdem auch noch „Untätigkeit und Gleichgültigkeit“.
Hunderte oder elf Spekulationshäuser in ganz Wien?
Das Ressort von SPÖ-Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch kontert in der „Krone“ jetzt hart. Durch das koordinierte Vorgehen ihrer Dienststellen habe sich die Lage „eindeutig verbessert“. Die Anzahl der prioritären Spekulationshäuser in der Bundeshauptstadt konnte so auf elf reduziert werden. Von diesen elf Gebäuden haben fünf Gebäude bereits neue Eigentümer und weitere drei stehen unmittelbar vor dem Verkauf.
Und dann noch ein Seitenhieb: Die Stadt kämpfe hart und verschränkt einen unspektakulären, aber erfolgreichen Kampf vor Gerichten und mit windigen Eigentümern. Die Opposition hingegen stelle sich vor ein Haus und helfe dadurch nur der Position der Spekulanten, indem sie die Stadt in ihrer Position schwäche.
Regelmäßig fliegt in dem Problemhaus jetzt die Sicherung raus
Aber wie geht es dort jetzt für die fünf verbliebenen Mieter weiter? Laut Baupolizei (MA 37) wurden vor einiger Zeit vom Eigentümer Heizlüfter zur Verfügung gestellt. Da die vorhandenen Versorgungsleitungen für den parallelen Betrieb mit weiteren elektronischen Geräten (wie z.B. Plattenkocher) jedoch nicht ausgerichtet sind, komme es regelmäßig zu Überlastungen im Stromkreis (Sicherung fliegt raus). Die Funktionsfähigkeit wäre somit nicht gegeben. Die genannte Liegenschaft sei Wiens oberster Baubehörde „gut bekannt“. Es finden dort auch in regelmäßigen Abständen Kontrollen statt, wird betont. Alleine vergangene Woche waren Mitarbeiter der Bauinspektion dreimal vor Ort. Von Untätigkeit oder zu laschen Kontrollen könne also keine Rede sein, heißt es auf „Krone“-Anfrage. Betreffend der mangelnden Baustellensicherung sei zudem das Arbeitsinspektorat eingeschaltet worden.
Auch die Abteilung Technische Stadterneuerung (MA 25) stehe mit der Eigentümervertretung in Kontakt. Diese habe bereits ein Konzept für die Herstellung der Warmwasser-, Heizungs- und Kochversorgung sowie ein Angebot eines ausführenden Installationsunternehmens vorgelegt. Die Umsetzung gestalte sich wegen der unterschiedlichen baulichen und technischen Voraussetzungen in den vier Wohnungen als „besonders komplex.“ Parallel dazu steht die Stadt selbst mit Installationsunternehmen und den Wiener Netzen in Abstimmung, um mögliche Ausführungsvarianten zu klären und eine „geeignete adäquate Lösung für eine Ersatzeinrichtung“ zu erarbeiten.
Der Eigentümer, die ST 3 Paulusgasse GmbH, weist übrigens weiterhin alle Vorwürfe von sich. Die Gasversorgung in dem Wohnhaus sei nicht willkürlich, sondern aufgrund „sicherheitsrelevanter Undichtheiten und Korrosionsschäden“ von Seiten der Wiener Netze eingestellt worden. Und: Die Umsetzung einer „umfassenden elektrischen Heiz- und Warmwasserversorgung scheiterte nachweislich an der fehlenden Mitwirkung einer betroffenen Mieterin“.
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