Die Brieftasche des Landes ist zwar nicht gerade voll, für zentrale Infrastrukturprojekte wird aber durchaus tief in die Tasche gegriffen. Tainach, Hüttenberg und Gemmersdorf: Die „Krone“ hat einige Straßen-Baustellen zusammengefasst. Und besondere Finanzierungen gefunden …
Einsparen hier, einsparen dort: Dass das Geld in Kärnten nicht mehr unbedingt auf der Straße liegt, ist wohl klar. Trotzdem wird fleißig an genau jenen Straßen gebaut. Denn, zentrale Straßenbauprojekte lassen sich oftmals nicht für ewige Zeit „wegschieben“.
Wie berichtet, fließen heuer knapp eine Million Euro an Landesgelder in die neue Ortsdurchfahrt in Zell-Pfarre. Mit Oktober fahren die Baumaschinen aber auch in der Gemeinde Hüttenberg auf. Dort wird die L90 Knappenberger Straße saniert.
Zwei Bauabschnitte rund um Knappenberg
In zwei Bereichen rund um Knappenberg weist die Fahrbahn nämlich erhebliche Schäden auf. Verdrückungen und starke Risse müssen ausgebessert werden. „Mit der Sanierung bringen wir zwei stark beanspruchte Abschnitte wieder in einen ordentlichen und verkehrssicheren Zustand“, betont Straßenbaureferent und Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber. Das Straßenbaureferat des Landes investiert rund 330.000 Euro.
Gearbeitet wird in zwei Baustufen: Zuerst ein 1,5 Kilometer langer Abschnitt, der von der B92 kommend, vor Knappenberg liegt. Der zweite Abschnitt umfasst eine 300 Meter lange Strecke oberhalb von Hüttenberg. Hier wird die bestehende Deckschicht abgefräst und anschließend neu asphaltiert. Lokale Umleitungen wurden eingerichtet.
„Tainacher Hügel“ wird erneuert
Für die Instandsetzung einer 1,4 Kilometer langen Strecke der L115 Tainacher Straße zwischen Tainach und der Kreuzung zur St. Kanzianer Straße werden 340.000 Euro investiert. Einzel- und Netzrisse sowie Spurrinnen machen die beliebte Pendlerstrecke zur Rumpelpiste. Ob Sperren nötig sein werden, ist bisher nicht bekannt.
Dringende Sanierung in Wolfsberg
Im Lavanttal wird indes an der L140 Gemmersdorfer Straße in Wolfsberg gebaut. Zwischen dem Eurospar beim Kreisverkehr und der Zufahrt zur L149 Koralmstraße muss saniert werden. „Aufgrund des desolaten Zustandes der Straße ist die Sanierung dringend notwendig. Mit den Arbeiten erhöhen wir die Verkehrssicherheit und verbessern die Qualität spürbar. 400.000 Euro werden hier verbaut“, sagt Gruber. Die Arbeiten erfolgen unter Aufrechterhaltung des Verkehrs.
Millionen-Finanzspritze aus Skandal-Absprachen
Die Finanzierung dieses Projekts ist besonders spannend: Das Geld kommt aus jenen Mitteln, die das Land Kärnten als Ersatzbetrag mit den am sogenannten Baukartell beteiligten Firmen verhandelt hat. 2000 bis 2017 kam es bekanntlich österreichweit zu illegalen Preisabsprachen zwischen Bauunternehmen, die auch in Kärnten keinen Halt gemacht haben. Stolze 12 Millionen Euro hat Gruber ausgehandelt. „Durch das erkämpfte Geld aus dem Baukartell können wir wichtige Sanierungsprojekte vorziehen, die angesichts der angespannten Budgetsituation ansonsten erst in den kommenden Jahren möglich gewesen wären“, betont Gruber. Dazu gehören auch die Bauprojekte in Wolfsberg und Tainach.
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