Eiskalt abgeknallt?

Krimi um extrem seltenen Mönchsgeier geht weiter

Salzburg
18.10.2026 17:30

Ein abgeschnittener GPS-Sender in der Salzach könnte eine heiße Spur zu Wilderern liefern. Sollten diese gefasst werden, drohen ihnen in Österreich bis zu zwei Jahre Haft. Einen Unfall schließt ein BirdLife-Experte aus, denn zum Todeszeitpunkt saß das majestätische Tier auf einem Baum.

„In Schussdistanz ist so ein Geier ein Riesentrumm. Das war ziemlich sicher vorsätzlich oder grob fahrlässig“, ist Johannes Hohenegger, Projektleiter bei der Vogelschutzorganisation BirdLife fassungslos. Denn im Großarltal wurde das streng geschützte Tier wohl eiskalt abgeknallt – die „Krone“ berichtete. Weil es vor Ort weder Straße noch Stromleitung gibt, schließt der Experte einen Unfall aus: „Wir wissen aus den GPS-Daten, dass der tote Vogel vermutlich mit einem Auto abtransportiert wurde, bevor der Sender dann illegal in der Salzach entsorgt wurde.“

Nur ein bis zwei Tiere pro Jahr zu Gast
Nach Österreich schaffen es gerade einmal ein bis zwei Mönchsgeier pro Jahr: „Die halbwüchsigen Greifvögel schauen sich vor dem Gründen eines Brutreviers in ihrer Herkunftsregion bei Schleifenflügen halb Europa an. Das getötete Exemplar war diesen Sommer bei Gänsegeiern in den Alpen quasi zu Gast“, so Hohenegger.

Für das Umbringen geschützter Tiere drohen Wilderern in Österreich bis zu zwei Jahre Haft. Die Chance, Täter zu fassen, ist laut dem Birdlife-Experten ganz gut: „Wir kennen ja die genauen Bewegungen des Tieres.“ Mittlerweile ermittelt in dem Fall auch die Kriminalpolizei auf Hochtouren.

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