Familie Pichler führt seit drei Jahrzehnten den Hüttwirt im Leoganger Ortsteil Hütten: neben Kapelle, Museum und einer Kaiserlinde. Die familiäre Nähe gepaart mit Tradition war beim „Krone“-Besuch allgegenwärtig. Koch René erzählt, warum er lieber Schmorgerichte statt Garnelen serviert.
Ein Wirtshaus wie es früher war: So beschrieb ein „Krone“-Leser den Hüttwirt in Leogang im namensgebenden Ortsteil Hütten neben Bergbaumuseum und einer Kaiserlinde. Tatsächlich ist die familiäre Nähe beim Betreten des geschichtsträchtigen 500 Jahre alten Gebäudes fühlbar. Die beiden Schmusekatzen Rudi und Vincenz faulenzen gemütlich, während die Familie Pichler mit Pinzgauer Freundlichkeit bewirtet.
Anja und René führen den Gasthof. Seit 30 Jahren und „mit Leidenschaft“, erzählen die stolzen Wirtsleute. Sohn Jakob gehört mit seiner Familie dazu – alle helfen zusammen. 1935 haben die Eltern von Anja das Wirtshaus gekauft und als Hüttwirt etabliert: „Die Eltern hatten andere Herausforderungen“, erinnert sich Wirtin Anja an die Erzählungen. „Die Mutl hat erzählt, dass die Bergleute oft hier zusammengehockt sind.“
Einst galt Leogang als Bergwerksdorf bis ab den 70ern der Tourismus zum Wirtschaftstreiber wurde. Das veränderte den Ort: „Jetzt haben wir mehr Sterne-Restaurants als Wirtshäuser“, schmunzelt René. Ähnliches hört man vom Stammtisch an der Hausbar, wo Opa Hans und Onkel Walter anstoßen: „Das größte Problem im Ort ist, dass die ganzen alten Häuser von Hotels aufgekauft werden. Wenn du es als Einheimischer erfragst, sind sie schon weg.“
Deshalb will die Wirtsfamilie wieder mehr „zurück zum Einfachen“: beispielsweise mit selten gewordenen Schmorgerichten. „Wir kaufen schon eine ganze Kuh und verwerten dann alles“, erklärt Koch René. Statt Meeresfisch oder Garnelen gibt es beispielsweise den heimischen Saibling. Aus Ribiseln wird Eistee gemacht. Auch 14 Gästezimmer bietet die Familie an – ganz klassisch auf Nachfrage, ohne Booking & Co.: „Wir wollen kein klassisches Urlaubshotel sein.“
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