Großübung

Katastrophenfall: Wenn es schnell gehen muss

Vorarlberg
15.10.2026 14:50

Proben für den Erstfall im Montafon: Bei einer Übung auf dem Gelände der Illwerke-VKW wurde eine Explosion mit anschließendem Brand und mehreren Verletzten angenommen. Die „Krone“ war vor Ort.

Dicke Rauchschwaden zogen am Mittwochabend über das Gebäude der Technischen Instandhaltung der Illwerke-VKW in Rodund (Vandans). Aus den oberen Stockwerken waren Hilferufe zu hören, während sich Einsatzkräfte der Betriebs- und Ortsfeuerwehren mit schwerem Atemschutz Zugang zu den betroffenen Räumlichkeiten verschafften. Gleichzeitig liefen massive Löschangriffe, während das Rote Kreuz die geborgenen Verletzten versorgte.

Die Simulation war überaus realitätsnah.
Die Simulation war überaus realitätsnah.(Bild: Rubina Bergauer)

Glücklicherweise handelte es sich nicht um einen Ernstfall, sondern um eine großangelegte Übung mit insgesamt 200 Einsatzkräften. „An unserem Standort in Rodund hat sich in den vergangenen Jahren baulich viel verändert. Das war eine gute Gelegenheit, damit sich die Feuerwehren mit dem Gelände vertraut machen können“, erklärt Andreas Neuhauser von den Illwerken. Eine Übung dieser Größenordnung sei allerdings etwas ganz Besonderes.

Lernen, über die Grenzen zu gehen
Rund ein halbes Jahr dauerten die Vorbereitungen für das Großereignis. Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf der Kommunikation und der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Blaulicht-Organisationen. Von einer nicht alltäglichen Übungsaktion spricht auch Rettungssanitäter Nico Montibeller: „Es ist sicherlich ein Szenario, bei dem die Einsatzkräfte lernen, über ihre Grenzen zu gehen.“

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Es ist sicherlich ein Szenario, bei dem die Einsatzkräfte lernen, über ihre Grenzen zu gehen.

Rettungssanitäter Nico Montibeller

Die Rettungskette funktioniere über mehrere Ebenen: Während die Feuerwehr die Verletzten aus dem Brandobjekt berge und zur Sammelstelle bringe, übernehme das Rote Kreuz die Erstversorgung und entscheide über die weiteren Maßnahmen. Auch die umliegenden Krankenhäuser würden informiert.

Einsatzkräfte machen sich auf den Weg, Verletzte zu bergen.
Einsatzkräfte machen sich auf den Weg, Verletzte zu bergen.(Bild: Rubina Bergauer)

Auf dem rund 6600 Quadratmeter großen Gelände war es im angenommenen Ernstfall zu einer Explosion in der Lackiererei gekommen. Die Flammen drohten auf angrenzende Gebäude überzugreifen, zudem waren mehrere Personen in den Räumlichkeiten eingeschlossen. Das Spektrum der simulierten Verletzungen reichte folglich von Rauchgasvergiftungen über Verbrennungen bis hin zu Rückenverletzungen.

Das Einsatzszenario war bis 21 Uhr angesetzt, die Verantwortlichen zogen danach eine erste positive Bilanz. Nun werden die Ergebnisse im Detail ausgewertet. Diese sollen dann auch in einen Leitfaden für künftige Großeinsätze der Feuerwehren einfließen.

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