Die Landesimmobilien Burgenland (LIB) kauften im Vorjahr eine Fläche in Wolfau (Bezirk Oberwart im Burgenland). Der Verkäufer hatte sie erst kurz zuvor am selben Tag erworben – aber deutlich billiger. Die ÖVP verlangt Aufklärung, die LIB weist die Vorwürfe zurück.
Ein Grundstück samt Logistikhalle wechselte am 20. Oktober 2025 gleich zweimal den Besitzer. Zuerst kaufte eine Firma die Immobilie um 1,61 Millionen Euro. Wenige Stunden später erwarb die Landesimmobilien Burgenland (LIB) dieselbe Liegenschaft um 6,9 Millionen Euro.
Für ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl wirft das Fragen auf. So sei es für ihn die Wertsteigerung innerhalb weniger Stunden nicht nachvollziehbar. „Wer hat an dem Geschäft verdient, wie wurde der Preis begründet und warum wusste die Landesgesellschaft nicht Bescheid?“, fragt Strobl.
Landesimmobilien verweisen auf Sachverständige
Die LIB weist die Vorwürfe „entschieden zurück“ und behält sich rechtliche Schritte vor. Der gerichtlich beeidete Sachverständige habe die Immobilie mit 7,13 Millionen Euro bewertet. „Der Kaufpreis von 6,9 Millionen Euro lag damit unter dem Verkehrswert, also unter dem Preis, den die Liegenschaft am freien Markt erzielt hätte“, heißt es. Der Pächter und spätere Eigentümer habe sich bereits 2016 eine Kaufoption gesichert. Diese sei kurz vor dem Verkauf an die LIB gezogen worden, daher das zeitliche Zusammentreffen der Verkäufe. An diesem Geschäft sei man nicht beteiligt gewesen, argumentiert die LIB. Der Pächter habe zudem zuvor Investitionen in Millionenhöhe getätigt. Diese Wertsteigerung sei in die Bewertung eingeflossen.
ÖVP startet Herbstarbeit mit Anfrageserie
Strobl kündigt zudem an, dass sich die Volkspartei in den kommenden Monaten weiter den Landesfinanzen widmen wird. Thematisiert werden sollen auch die Auswirkungen auf die Gemeinden. Der ÖVP-Klubchef kündigte dazu auch eine Anfrageserie zu den Landesgesellschaften an. Ebenso ist eine schriftliche Anfrage an den Landeshauptmann zur „Neue Eisenstädter“ geplant.
Entscheidung über Bürgermeisteramt offen
Zuletzt hatte es auch seitens der SPÖ Spekulationen gegeben, dass sich Strobl als Bürgermeister von Ollersdorf zurückziehen wird – die „Krone“ berichtete. Laut dem ÖVP-Klubchef werde im November innerhalb der Ortspartei besprochen, ob er nächstes Jahr bei den Wahlen nochmals antreten wird. „Wir werden das Für und Wider abwägen und dann entscheiden“, so Strobl.
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