Wild litt stark

Wie sich Hitzesommer auf die Herbstjagd auswirkt

Oberösterreich
13.10.2026 08:00

Die Herbstjagd ist eröffnet, von Tierschützern gibt‘s aber den Ruf nach einem Schuss-Stopp, weil das Wild durch die Hitze heuer genug gelitten habe und Zahlen über Verluste fehlen. Diesen Wunsch werden die Jäger in Oberösterreich nicht erfüllen, doch vermutlich werden Abschusspläne neu geschrieben werden müssen.

„Jagdfreier Herbst“ – diese Initiative starteten nun der Tierschutz Austria und der Verein gegen Tierfabriken. Argument: Der Hitzesommer habe dem Wildtierbestand stark zugesetzt und es müssten erst die aktuellen Bestände gezählt werden, um überhaupt gezielt jagen gehen zu können. Von einer „Extremsituation“ und Tier-Verlusten durch Verdursten und Verhungern hatte im heurigen Extremsommer auch der oberösterreichische Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner gesprochen.

Abschusspläne ein Jahr im Vorhinein erstellt
Doch der geforderte Schuss-Stopp ist laut den Waidmännern in Oberösterreich zu weit gegriffen. „Die Situation muss regional bewertet werden“, sagt Christopher Böck, Wildbiologe und Geschäftsführer des oberösterreichischen Landesjagdverbandes. Eine automatisierte Senkung der Abschusspläne ist ebenfalls nicht vorgesehen. „Wenn absehbar ist, dass diese nicht eingehalten werden können, müssen Pächter bei der Behörde um Korrektur ansuchen“, erklärt Böck. Die Abschusspläne werden immer ein Jahr im Voraus erstellt. Werden Abschussvorgaben nicht eingehalten, drohen laut oberösterreichischem Jagdrecht Verwaltungsstrafen bis maximal 10.000 Euro.

Das war das Jagdjahr 2025/26
Die Abschusszahlen des vergangenen Jagdjahres, das von April bis März gerechnet wird, werden heuer in Oberösterreich vermutlich nicht erreicht. Im Vorjahr wurden 161.150 Wildtiere im Bundesland erlegt. Das Reh ist dabei mit 83.142 Stück auf Platz 1 zu finden, gefolgt von Feldhasen, die 23.656-mal vor die Flinte liefen. Von den 21.400 Oberösterreichern, die eine Jahresjagdkarte haben, und 1100 Gastjägern wurden auch 18.504 Fasane, 9452 Wildenten, 6600 Füchse, 5425 Marder und 2209 Wildschweine geschossen.

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