Österreich ist ein Land der Vereine, laut Statistik gibt es mehr als 120.000. Auch die Tirolerinnen und Tiroler tun sich mit ihren Hobbys oder sozialem Engagement gerne zusammen. Eine kleine Zeitreise in den Landecker Ortsteil Perjen, wo das Vereinsleben früh blühte.
Fußballer, Sänger, Feuerwehr, Theatergruppe, Imker – aus jedem Hobby, jedem Ehrenamt lässt sich ein Verein spinnen. In Tirol sind es laut Land aktuell 8300 Vereine, davon allein zum verbindenden Thema Sport 2300. Gemeinsam trainieren, Ausflüge machen, anderen helfen, ein Projekt verwirklichen. Die Beweggründe für die Gründung eines Vereins sind vielfältig. Doch immer steht der Gedanke des Miteinanders im Mittelpunkt.
Zur Blütezeit in Perjen 15 Vereine
Das wird am Beispiel von Perjen deutlich. Der Ortsteil von Landeck hatte zur Zeit des Bahnbaus im Oberland beachtliche 15 Vereine, in denen sich die Dorfbewohner organisierten. Davon erzählen Dietmar Wachter und weitere Autorinnen in einem Foto-Büchlein. Anhand der historischen Fotos lässt sich ermessen, wie wichtig ein reges Vereinsleben für den Zusammenhalt ist.
Dokumentarische Schätze
Wo Vereine gebildet wurden, dort wurde auch das Bewusstsein für Geschichtsschreibung abseits großer Weltereignisse geschärft. Viele Dorfchroniken schöpfen aus dem dokumentarischen Schatz von Vereinen. So auch in Landeck. Im Archiv der Stadt finden sich tolle Aufnahmen von früheren Vereinen. Aus einer Zeit, in der Fotografie noch sehr kostbar und selten war. Aus diesem Fundus konnte Wachter für das aktuelle Büchlein schöpfen.
Im 19. Jahrhundert blühte das Vereinsleben in vielen Dörfern richtig auf. So führte etwa der Obstbauverein in Perjen bereits 1840 öffentliche Pflanzaktionen durch, wie Wachter erzählt. Auch die Imker des heutigen Stadtteils haben sich früh organisiert. Viele Gruppierungen sind wieder von der Bildfläche verschwunden. Doch das macht den Blick zurück erst richtig spannend.
Das Büchlein „Die frühen Vereine von Perjen“ wird am Donnerstag, 15.10., um 19 Uhr im Hotel Mozart mit einer Lesung vorgestellt.
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