24.02.2006 16:31 |

Rocken via Ethernet

1. E-Gitarre mit Netzwerkkarte

Bei diesem Instrument würde selbst der experimentier-freudige Jimmy Hendrix ungläubig den Kopf schütteln: Geht es nach dem weltberühmten Gitarrenhersteller Gibson, so sind die „analogen“ Tage der Stromgitarre gezählt. Im Zeitalter von WWW und MP3 stöpselt der technikinteressierte Heavy-Metal-Nachwuchs einfach ein Ethernet-Kabel an die Gitarre, denn Gibsons neueste Lady überträgt die Akkorde digital - mit 100 Megabit per Sekunde!

Möglich macht dies ein neuartiger Tonabnehmer, der die Schwingungen jeder einzelnen Saiten erkennt und diese in digitale Signale umwandelt. Mittels eingebauter „Netzwerkkarte“ wird der digitale Datenstrom über ein Ethernetkabel an einen (kompatiblen) Soundprozessor weitergeleitet, der diese als digitales Audiosignal an einen Computer oder ein anderes Aufnahmegerät leitet.

6 Saiten, 6 verschiedene Sounds
Das Ergebnis: Für den Gitarristen lässt sich nun jede Saite einzeln mit Soundeffekten und Equalizer-Einstellungen bearbeiten. Theoretisch wäre es möglich pro Gitarrensaite einen separaten Verstärker anzuschließen. Als ob das noch nicht genug wäre: Das Kabel für die Gitarre könnte kilometerlang sein und es würde sich trotzdem kein Qualitätsverlust einstellen. Für die (nahe) Zukunft wäre sogar eine Signalübertragung per WLAN denkbar.

"Designed for Mac OSX and Windows"
Gibsons digitale Errungenschaft soll im zweiten Halbjahr 2006 auf den Markt kommen und wird um die 3.800 Euro kosten. Mit vollem Namen wird sie „Les Paul HD6X-Pro“ heißen. Für die Kompatibilität mit entsprechender Audio-Software sollen Plug-Ins sorgen. Die Plug-and-Play-Gitarre wird sowohl mit Mac OSX als auch mit Windows funktionieren.

Freitag, 25. Juni 2021
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