Bis zu 30 Tonnen Wäsche pro Tag werden in der Einrichtung des Wiener Gesundheitsverbunds gereinigt. Die Frage ist: Wie lange noch? Und eine neue Vergabe wirkt wenig sauber.
Beim Lesen des Stadtrechnungshofberichts – mit dem überschaubar anregenden Titel „Sicherheitstechnische Prüfung der Serviceeinheit Wäsche und Reinigung“ – stolpert man auf Seite 8 über einen Satz, der so nebenbei das Ende einer der wichtigsten Reinigungs-Einrichtungen Wiens besiegelt. Der da lautet: „Der Rechnungshof merkte an, dass die Müllverbrennungsanlage Flötzersteig ab 2030 keinen Dampf liefern wird, weshalb eine Verlegung der geprüften Einrichtung an einen anderen Standort in Planung war.“
Die Rede ist von der Wäscherei des Wiener Gesundheitsverbunds in der Steinbruchstraße 35 im 14. Bezirk.
Die Bedeutung
Bis zu 30 Tonnen Wäsche werden dort gereinigt – pro Tag. Und zwar für alle Kliniken, Geriatriezentren und Pflegewohnhäuser des Wigev. Ohne diese Zentrale bricht in allen Spitälern das Schmuddel-Chaos aus.
Das Problem
Das Gebäude wurde zwischen den Jahren 1967 und 1969 errichtet. Und bald geht der Wäscherei der Dampf aus. Eine Sprecherin der Wien Energie: „Das Dampfnetz am Flötzersteig wird im Laufe der 2030er Jahre am Ende seiner technischen Lebensdauer angekommen sein. Eine Stilllegung ist daher aus technischen, wirtschaftlichen und strategischen Gründen alternativlos.“ Der Stadtrechnungshof schreibt: 2030 ist die Wäscherei unbrauchbar.
Zeit ist Geld – oder doch nicht
„Im Juni 2021 wurde der Gesundheitsverbund über die geplante Stilllegung informiert“, bestätigt eine Sprecherin des Wigev. Es ist klar: Die Wäscherei muss verlegt werden. Der Wigev prüft „unterschiedliche Standortmöglichkeiten“. Dieses Vergabeverfahren wurde Ende des ersten Quartals 2026 eingeleitet“, so die Sprecherin weiter, Aber was ist bitte in all den Jahren dazwischen passiert?
Unsaubere Vergabe?
Und hier wird es aufklärungswürdig. Wie die „Krone“ erfuhr, hat der Wigev den Hafen als Standort für die Wäscherei im Auge. Irgendwann erkennen die „Experten“: Für so ein Unterfangen benötigt der Wigev selbst für die Standortsuche ein öffentliches Vergabeverfahren. Wurde aber verabsäumt, wie Insider berichten. Selbst Anwälte fanden keinen Ausweg aus dem Dilemma.
Hat deswegen der Vergabeprozess so spät gestartet? Der Wigev antwortet – geradezu bestätigend: „Im Zuge der Projektvorbereitung zeigte sich, dass für die Suche nach einer geeigneten Grundstücks- und Projektlösung die Durchführung eines wettbewerblichen Dialogs die beste Lösung ist.“
Nun die Frage, die sich alle Beteiligten stellen: Wird die neue Wäscherei bis 2030 fertig – oder versinken die Spitäler im Dreck?
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