Die Auslastung der städtischen Kliniken ist gestiegen. Der Gesundheitsverbund ist dank stabiler Personalzahlen aber dafür gewappnet.
„Der Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) hat seine Leistungsfähigkeit auch 2025 eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, sagt Generaldirektorin Evelyne Kölldorfer-Leitgeb im Rahmen der Jahrespressekonferenz am Mittwoch.
Im Vorjahr verzeichneten die städtischen Kliniken 5,2 Millionen ambulante Patientenkontakte – siehe Grafik – zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren es 4,9 Millionen. Der Anstieg ist mitunter auch darauf zurückzuführen, dass aufgrund der Fortschritte in der Medizin immer mehr Behandlungen ambulant durchgeführt werden können.
Bundesweit einheitliche Finanzierung gefordert
Dennoch gab es auch bei den stationären Patienten eine Steigerung: von 235.469 im Jahr 2023 auf 244.548 in 2025. Der Anteil an Gastpatienten aus Niederösterreich beträgt übrigens fast 10 Prozent, aus dem Burgenland kamen 1,6 Prozent. Bei den ambulanten Behandlungen kamen sogar 13,2 Prozent aus NÖ.
Im derzeit schwelenden Gastpatientenstreit fordert Generaldirektor Herwig Wetzlinger eine bundesweit einheitliche Finanzierung: „Es kann nicht sein, dass eine Hüftoperation in Tirol anders vergütet wird als in Wien.“ Zudem merkt er an, dass die Stadt den Kliniken 1,5 Milliarden Euro zuschießen musste, weil die Leistungserlöse die Kosten nicht decken würden.
„Die Bundesregierung muss hier einen mutigen Schritt setzen und die Finanzierung weiterdenken“, so Wetzlinger. Die Leistungserlöse stiegen zwar um acht Prozent gegenüber 2024, der Gesamtaufwand jedoch ebenfalls um sieben Prozent. Das liegt mitunter an Gehaltsanpassungen, aber auch inflationsbedingten Teuerungen und den steigenden Energiekosten.
Personalstand ist zufriedenstellend
Dafür läuft es gut beim Thema Personal. Der Besetzungsgrad bei den Ärzten beträgt 96 Prozent, beim Pflegepersonal 95 Prozent. Damit zeigen sich die Chefs des Spitälerverbundes sehr zufrieden. Auch die Fluktuation sei, wenn auch nur leicht, gesunken auf 8,8 Prozent. 2025 gab es 3150 Eintritte in den Gesundheitsverbund und 2656 Austritte (davon 670 Pensionierungen). Beim Thema Mangelfächer tut sich ebenfalls was:
Derzeit werden 75 Medizin-Studenten in diesen Fächern ausgebildet, zusätzlich gibt es eine Kooperation mit der MedUni Wien. Inhalt: 14 Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie werden qualifiziert werden.
Roboter und moderene Kliniken
Ein großes Augenmerk wird auch auf die roboterassistierte Chirurgie gelegt, mittlerweile verfügen alle Spitäler über einen Da Vinci Roboter, die Klinik Hietzing erhält ihren noch in diesem Jahr. Und noch eine Zahl: 2025 wurden insgesamt 131.056 Operationen durchgeführt, 30 Prozent davon akut (binnen zwei Tagen nach Diagnose), berichtet der medizinische Direktor, Michael Binder.
Künftig ist geplant, den Personalstand stabil zu halten und den Fokus auf ambulante und tagesklinische Versorgung zu legen, um Betten einzusparen. Die Bauprojekte im Rahmen des Modernisierungsprogramms laufen weiter.
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