EU-Topposten ergattert

Loacker hat seinen 27.000-Euro-Job nun sicher

Vorarlberg
28.09.2026 15:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Der EU-Ministerrat stimmte zu: Der frühere NEOS-Politiker Gerald Loacker hat auch die letzte Hürde für seinen EU-Topjob genommen, ab 1. Oktober wird er für sechs Jahre Mitglied des Europäischen Rechnungshofs. Das Bestellungsverfahren verlief allerdings nicht gerade rund.

Nun ist es fix: Gerald Loacker wurde auch vom Ministerrat der EU für den Zeitraum 1. Oktober 2026 bis 30. September 2032 zum Mitglied des Europäischen Rechnungshofs ernannt. Er folgt damit Helga Berger nach.

Das Vorschlagsrecht für den Posten kam gemäß Koalitionsabkommen den NEOS zu. Der Bestellungsprozess lief nicht ohne Misstöne ab: Das EU-Parlament in Straßburg hatte den Vorarlberger Anfang September mit 331 gegen 282 Stimmen bestätigt, der zuständige Haushaltskontrollausschuss mit einer knappen Mehrheit von 16 zu 13 Stimmen. Im Hearing kritisierte unter anderem der FPÖ-Mandatar Roman Haider „dieses typisch österreichische Postenschachersystem“. Auch der deutsche grüne EU-Abgeordnete Daniel Freund und die EVP-Politikerin Monika Hohlmeier zweifelten den Auswahlprozess des Nominierten in seinem Heimatland an.

Personalie auch hierzulande umstritten
Auch in Österreich selbst war die Personalie alles andere als unumstritten. Im hiesigen Hearing setzte sich Loacker gegen das aktuelle Mitglied Helga Berger durch. Der eigentlich erstgereihte Helmut Berger, langjähriger Leiter des Budgetdiensts im Parlament, hatte aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Helga Berger stammt ursprünglich aus dem Lager der Freiheitlichen. Später fand sie Unterstützung der ÖVP, die sie – letztlich vergeblich – als Kandidatin für das Amt der Rechnungshof-Präsidentin nominierte. Dass Berger beim EU-Rechnungshof nicht mehr berücksichtigt wurde, empörte viele in der Volkspartei.

Streitlustiger und kompetenter Nationalrat
Loacker war von 2013 bis 2024 Abgeordneter des österreichischen Nationalrats. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Budgetüberwachung und Finanzkontrolle, zudem war er als kompetenter wie streitlustiger Sozialsprecher bekannt. Der 52-Jährige ist gelernter Jurist und arbeitete zuletzt als Unternehmensberater, nachdem er 2024 auf eine weitere Kandidatur verzichtet hatte.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung