27.08.2014 10:01 |

Sixpack rules

BMW K 1600 GT: Manches neu, fast alles gut

Groß und mächtig ist sie, die BMW K 1600 GT, aber auch sportlich. Vor allem der seidige 1,6-Liter-Sechszylinder ist ein vortriebsstarkes Gedicht. In Sachen Ausstattung haben die Münchner ihren Dampfer dieses Jahr verbessert, und ein Sondermodell – passend "Sport" genannt – aufgelegt. Die "sakhirorange/blackstorm"-farbene Sonderlackierung gefällt mir persönlich nicht, der Rest jedoch umso besser.

Wie neuerdings alle K 1600 GT hat auch die Testmaschine die Traktionskontrolle (DTC) serienmäßig an Bord. Das ist gerade in einem feuchten Sommer wie dem aktuellen Gold wert, denn so ist der Hinterreifen von den 160 PS bzw. 175 Nm (ab 5.250/min) niemals überfordert.

Nicht, dass die Kraft sonst nicht zu handlen wäre, schließlich ist das Gas sauber zu dosieren und die Kennlinie per Fahrmoduseinstellung sogar zu beeinflussen. Aber es gibt einfach ein gutes Gefühl, nicht nur dem Fahrer, sondern auch der Sozia, die bei einem Ausflug schnell merkt, dass man BMWs Dicke auch richtig dynamisch um die Ecken wuchten kann.

Logisch, die 332 kg Lebendgewicht plus Gepäck und zwei Personen merkt man in flotten Wechselkurven im Mariazeller Land und drum herum durchaus in den Armen, aber auf einem Supersportler würde die Gattin halt auch nicht so gut sitzen. Und mit den beiden serienmäßigen Koffern brauchen wir uns auch auf einem dreitägigen Ausflug nicht einzuschränken. Abgesehen davon, dass sich der Weineinkauf in der Südsteiermark nicht ausgeht.

Hightech als Sonderausstattung
Eine ganze Menge ist seit diesem Jahr an neuer Sonderausstattung zu haben: Mit Keyless Ride bleibt bisher schon auf Wunsch der Zündschlüssel in der Hosentasche, wenn es ums Starten geht. Nun (ent-)sperren auch Lenkschloss, Tankdeckel und Stauräume automatisch. Hill Start Control hilft beim Anfahren am Berg, wenn's die Hand nicht so mit der Feinmotorik hat und auch ein Tagfahrlicht ist zu haben. Meine Testmaschine hat all das nicht – sondern das, was wirklich wichtig ist, nämlich das elektronisch verstellbare Fahrwerk und das beste Licht, das es für ein Motorrad zu kaufen gibt: das dynamische Xenon-Kurvenlicht, das die Schräglage ausgleicht. Nicht neu an der K 1600, aber einzigartig und ein Killerargument für den Kauf.

Eine Sache hätten sie in München aber gerne verbessern können: Das Getriebe schaltet sich zwar gut, klackt dabei aber blechern laut und vernehmlich, was den vornehmen Sechstopfsound extrem konterkariert

Das ist der einzige Wermutstropfen an einer rundherum großartigen Maschine. Perfekte Sitzposition für beide, hervorragende Laufkultur und Kraftentfaltung, auch am Testverbrauch von 6,1 l/100 km gibt es nichts zu meckern – zu zweit und mit Gepäck. Koffer und Staufächer sind per Zentralverriegelung zu öffnen und halten auch im Regen dicht, allerdings wäre es hilfreich, wenn auf der Fernbedienung angegeben wäre, welcher Knopf ent- und welcher versperrt. Die Lackierung des "Sport"-Modells und den flacheren Windschild muss man nicht mögen (obwohl die schwarz lackierte Maske und die ebensolchen Felgen schon ganz gut kommen), der höhere Windschild ist hervorragend (und ebenso elektrisch verstellbar) und Farben gibt es auch genug. Wenn einem die Auswahl aus Schwarz und Weiß reicht.

Ab 25.040 Euro ist die BMW K 1600 GT zu haben, die "Sport" kostet 495 Euro extra.

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