Am Ende wurden wir dann doch ungeduldig. Nach sechseinhalb Wochen Fasten kam endlich die Erlösung in Form der Osterjause am Karsamstag. Eine Bilanz des Fleischverzichts, des Zuckerverzichts und einer herausfordernden Kombination ...
Liebe „Krone“-Leser, wenn Sie diese Zeilen lesen, lacht für mich die Sonne wieder eine Spur freundlicher vom Himmel, die Vöglein zwitschern melodiöser und die Frühlingsluft trägt neben Pollen auch eine Prise Zuversicht in sich.
Denn am Karsamstag war es endlich so weit: Meine kulinarische Wiederauferstehung wurde durch einen herzhaften Biss in den Osterschinken eingeläutet. Die Fleischweihe wurde mir von der Familie nicht zugemutet – oder zugetraut? Wer weiß, vielleicht wäre ich direkt vor dem Pfarrer der Versuchung erlegen.
Retrospektive während der Osterjause
Doch bei der Jause selbst bin ich wieder mit mir und der Welt im Reinen. Während ich mir beidhändig Schinken, Eierkren, Selcher und Reindling einverleibe, erwische ich mich dann doch bei dem Gedanken: Was hat das Fleischfasten eigentlich gebracht? Von dem qualvollen Intermezzo mit der Saftkur einmal abgesehen, war’s im Rückblick (nachdenklich kauend) gar nicht so schlimm. Denn es gibt eine Vielfalt an Speisen, die ohne Fleisch, manche völlig ohne tierische Produkte, köstlich schmecken.
Es hat dann schon was gebracht ...
Gesundheitlich hat die Fastenzeit sogar messbare Erfolge mit sich gebracht: Sechs Kilo weniger, im Schnitt beim Blutdruck mittlerweile nur noch knapp über dem Idealwert von 120/80 mmHg, der Ruhepuls stabil bei 55 Schlägen. Mit Ausnahme der Saftkur habe ich mich schon sehr wohl gefühlt, meist sehr gut geschlafen.
Also ein Start in ein neues, fleischloses Leben? Wenn der Osterschinken nicht so köstlich schmecken, ein Steak verlockend im Kühlschrank warten und das Osterlamm der Mutter am Programm stehen würde – aber vielleicht dann irgendwann ...
Felix Justich
Endlich ist es so weit – das Leben ohne Süßes hat endlich ein Ende gefunden. Vielleicht wird das Fastenbrechen mit einer Tafel Schokolade gefeiert – mal schauen, ob mich der Osterhase besucht.
Und so wie die Freude auf das Fest wächst, blicke ich mit reinerer Haut, weniger Periodenschmerzen und besserem Schlaf zurück. Nüsse und Obst als Snack zwischendurch statt einer Zuckerbombe tun gut. Ob ich nun weiterhin auf Zucker verzichte – nein, aber der Konsum wird sicher bewusster.
Elena Überbacher
Gefühlte 1000 Tage ohne Mehlspeisen, Süßzeugs und andere Knabbereien liegen hinter mir. Na gut, es waren nur 40 Tage, aber harte 40 Tage. Wie berichtet, ist der Verzicht auf Schokolade gar nicht das Problem, aber kaum verzichtet man auf Süßes, wird einem überall ein Stück Torte angeboten. Und die bösen Blicke nach meinem „Nein, danke“ hätte ich mir gerne erspart.
Damit es bloß nicht einfacher wird, hat meine Familie etwa nach der Hälfte der Zeit entschieden, dass nun auch kein Fleisch mehr auf den Tisch kommen darf. Also musste ich, geschwächt durch den Zuckerverlust, nun auch noch die vegetarische Küche erkunden. Grundsätzlich gar nicht so schwer für mich, wie etwa für meinen Kollegen (siehe nebenan), aber doch in Kombination mit der gewünschten Kinderfreundlichkeit der Gerichte manchmal eine Herausforderung. Denn, mit den Melanzani, die Kollege Justich genießt, kann man die meisten Kleinkinder eher jagen.
Bei uns waren es Risotti, Nudelgerichte und Suppen, die als Fleischalternative gerne gesehen waren. Kaiserschmarren und Palatschinken gab es dann nur für die anderen – ich musste zwischenzeitlich mit Käsebroten und Salat über den Tag kommen. Und doch, freue ich mich nicht ganz so sehr auf die Osterjause, wie meine Fasten-Kollegen. Ich freue mich auf ein Packerl Chips, nur für mich und ganz ohne schlechtes Gewissen.
Elisabeth Nachbar
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