Wiens Kunsthistorisches Museum widmet den Stadtansichten der gefeierten Venezianer Canaletto & Bellotto eine sehenswerte Schau. Zu sehen bis 6. Juni in der Gemäldegalerie.
Sie kamen aus einer alten venezianischen Künstler- und Adelsfamilie. Der Vater Bernardo Canal war prominenter Theatermaler, der Sohn Giovanni Antonio Canal genannt Canaletto (1697 bis 1768) der berühmteste „Porträtist“ seiner Heimatstadt. Und Bernardo Bellotto (1722 bis 1780), der Schüler Onkel Canalettos, übernahm von diesem die Vedutenmalerei, erneuerte sie aber um seine bald berühmte Licht- und Schattenmalerei.
Bei Canaletto dem Älteren florierte das Geschäft fantastisch – in Italien, bei den reisenden reichen Engländern, die auf Grand Tour durch Italien zogen und Bilder wie wir heute Postkarten kauften, danach in England selbst, als Italiens Gesellschaft sich für neue Malmoden interessierte.
Begehrter Hofmaler
Auch Bellotto war sehr gefragt: Ab 1747 in Dresden, brachte er es bis zum Hofmaler, bevor er 1759 nach Wien kam, für Kaiserin Maria Theresia, Kanzler Kaunitz und Fürst Liechtenstein malte, München, wieder Dresden und der Warschauer Königshof folgten, wo er 1780 starb.
Bellotto entdeckte den „Zauber des Realen“, als er Stadtbilder von Wien, Warschau oder Dresden mit höchster Präzision malte. Um Architekturen so minutiös wie möglich wiederzugeben, setzte er als Hilfsmittel die seit der Renaissance benutzte Camera obscura ein: einen kleinen Holzkasten mit Loch, ein optisches Instrument, mit dem man Bilder auf die Leinwand projizieren konnte, die zuletzt von ihm malerisch verfeinert werden mussten.
Frühe Identitätsbeweise der Meister
Probleme gab es nur gelegentlich, weil Onkel und Neffe sich beide „Canaletto“ nannten. Als etwa der Onkel nach London kam, hielt man ihn für einen „falschen“ Canaletto, einen Scharlatan, der erst seine Identität nachweisen musste.
2018 widmete der Palazzo Barberini in Rom den frühen Venedig-Bildern Canalettos eine Schau. Nun stellt die von Matteusz Mayer kuratierte Ausstellung im Kunsthistorischen Museum 12 Canalettos aus Venedig und London 20 Bellotto-Bildern aus Wien und Warschau gegenüber. Stadtveduten von erlesener Qualität.
Dabei so bedeutende Arbeiten wie Bellottos „Wien vom Belvedere aus gesehen“, das heute noch als Beweismittel beim Denkmalschutz und Streitereien um Wien und das Weltkulturerbe dient. Oder die Schönbrunn- und Liechtenstein-Gemälde, die Paradebeispiele für seine Wiedergabe von Architektur, raffinierte Behandlung von Himmel, Wasser oder Licht- und Schatten sind.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.