Wiener Staatsballett

Süchtig nach Auftritten, Sehnsucht nach Wien

Kultur
27.03.2026 18:02

Victor Caixeta, Erster Solotänzer, debütiert im Stück „Yugen“ und erzählt, wie er für seinen Traum vom klassischen Ballett kämpfte.

„Buben gehen in Brasilien nicht zum Ballett, sondern spielen Fußball“, erzählt der 1999 geborene Brasilianer Victor Caixeta. Auch er hat Fußball gespielt, in einem Sozialprojekt, das er und sein Bruder besuchten, damit die alleinerziehende Mutter zur Arbeit gehen konnte. Eines Tages gab es Tanz-Unterricht: „Am Anfang hat mir das nicht gefallen“, doch am Ende bekam er ein Ballett-Stipendium für eine Privatschule. Plötzlich tat sich eine „andere Welt auf. Alles war seriöser, ich genoss es, dass ich als einziger Junge alle Aufmerksamkeit bekam.“ Sein erster Bühnenauftritt war dann „der Moment, an dem ich mich verliebt habe. Ich war wie im Rausch!“

Szene aus „Yugen“, das am Samstag in der Staatsoper Premiere feiert.
Szene aus „Yugen“, das am Samstag in der Staatsoper Premiere feiert.(Bild: Wiener Staatsballett/Ashley Taylor)

Er wusste, dass er in Brasilien keine Zukunft hat. Mit fünfzehn konnte er am Ende des „Prix de Lausanne“-Wettbewerbs aus 18 Stipendien wählen – und entschied sich fürs Studium in Berlin. Noch vor dem Bachelor wurde er ans Mariinksi-Ballett in St. Petersburg weg engagiert: „Es fühlte sich nicht nach Arbeit an, man war süchtig nach den Auftritten. Dazu kommt die Popularität fürs Ballett. Du lebst wie ein Popstar, wie ein Fußballspieler in Brasilien“, erinnert sich der Tänzer an die tolle Zeit, die mit Kriegsausbruch jäh zu Ende war.

Victor Caixeta
Victor Caixeta(Bild: Andreas Jakwerth)

Victor Caixeta verließ mit einem Koffer und seinem Hund Petersburg und kam über Amsterdam im Herbst 2025 zum Staatsballett: „Ich wollte immer schon nach Wien. Davor war mein Leben hektisch, ich war immer unterwegs, musste kämpfen. Es ist ein Traum, ein wenig Stabilität zu haben.“

Seine Rolle in „Yugen“ (2018) von Wayne McGregor, Premiere ist heute, fordert den klassischen Tänzer: „Das moderne Repertoire beansprucht andere Muskeln, verlangt eine andere Koordination und Musikalität. Ich genieße das, brauche aber Zeit, um diese Sprache zu verstehen.“

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