22.06.2014 09:00 |

"Track your Tracker"

Diese Websites verfolgen Nutzer am stärksten

Nicht nur Geheimdienste spionieren Verbrauchern im Internet nach, auch Unternehmen überwachen unser Surf-Verhalten. Auf vielen Internetseiten sind sogenannte Tracker aktiv, von denen die Nutzer in der Regel nichts wissen. Ein kostenloses Online-Tool des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt schafft jetzt Abhilfe und verrät, wie viele und welche Tracker auf der angefragten Seite aktiv sind.

Unter www.trackyourtracker.sit.fraunhofer.de können Nutzer prüfen, wie stark Tracker sie auf Internetseiten überwachen. Dazu müssen Sie lediglich eine Internetadresse eingeben, und eine Datenbank des Instituts verrät, wie viele und welche Tracker auf der angefragten Seite aktiv sind.

Um die Informationen zur Verfügung zu stellen, würden regelmäßig mehr als 1.600 Internetseiten analysiert, teilte das Institut in einer Mitteilung mit. Auf vielen davon fänden sich über 50 Tracker, denen der Seitenbetreiber ermögliche, dort Daten zu sammeln. Oft würden die Informationen für Werbezwecke genutzt, ohne dass die Verbraucher dem zugestimmt hätten, kritisieren die Experten.

"Mit der Seite können sich Verbraucher bewusst machen, wie viele Tracker auf einzelnen Seiten eingebunden sind, und damit eine realistische Einschätzung bekommen, in welchem Umfang Informationen zu ihrem Online-Verhalten derzeit gesammelt werden", sagt Markus Schneider, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts.

Seitenübergreifendes Tracking
Um herauszufinden, wer die meisten Daten über das eigene Surfverhalten im Internet sammelt, gibt es unter anderem die Möglichkeit, mehrere Internetadressen einzugeben und herauszufinden, welche Tracker dort aktiv sind.

"Wenn ich beispielsweise regelmäßig Seiten von drei Anbietern besuche und ein Tracker bei diesen Anbietern aktiv ist, dann kann er mich über die Seiten dieser Anbieter hinweg verfolgen. Die einzeln gewonnenen Informationen kann er dann verbinden und mein Verhalten viel genauer analysieren", erläutert Schneider.

Wie sich Nutzer schützen können
Neben weiteren Analysefunktionen bietet die Track-your-Tracker-Seite Video- und Textinformationen zu Online-Tracking und Schutzmöglichkeiten. So bietet das Institut auf seiner Internetseite eine Trackingschutzliste für Microsofts Internet Explorer, die Benutzer davor schützt, dass im Hintergrund Verbindungen zu Trackern aufgebaut werden. Für andere Browser wie Mozillas Firefox gibt es Erweiterungen wie beispielsweise DoNotTrackMe.

Aktuelle Browserversion haben in der Regel eine integrierte Do-Not-Track-Funktion. Den Fraunhofer-Experten zufolge handelt es sich hierbei jedoch "um keinen harten Trackingschutz", da Verbraucher dabei auf die Kooperationsbereitschaft von Trackern angewiesen seien.

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