06.06.2014 14:51 |

Keine Übertragung

Fußball-WM hilft 4K-TV auch nicht auf die Sprünge

Geht es nach den TV-Herstellern, ist ultrahochauflösendes 4K-Fernsehen mit 3.840 mal 2.160 Pixeln das nächste große Ding nach HD-Fernsehern. Zur Fußball-WM, so die Hoffnung der TV-Industrie, sollten die Verkaufszahlen dank 4K trotz gesättigtem TV-Markt in die Höhe gehen. Wie sich nun zeigt, dürfte dieser Wunsch allerdings nicht in Erfüllung gehen. Die WM wird nicht mal in 4K übertragen.

Auch wenn sich riesige 4K-Fernseher seit der Enthüllung des ultrahochauflösenden neuen TV-Standards vergangenes Jahr langsam vom absoluten Luxus-Segment auf erschwinglichere Preisregionen zubewegen, dürfte die Fußball-WM in Brasilien die Verkaufszahlen der Geräte kaum in die Höhe treiben. Ausgestrahlt wird das sportliche Großereignis nämlich nicht etwa in 4K, sondern ganz klassisch – in HD-Auflösung.

Übertragungen oft nicht mal echtes Full-HD
Selbst mit nativen Full-HD-Bildern können die Zuseher nicht rechnen, die Liveübertragungen werden einem Bericht des IT-Magazins "The Verge" zufolge nämlich häufig in 720p aufgenommen, da Full-HD-Videomaterial die Übertragungskapazitäten der für Live-Übertragungen zuständigen TV-Stationen überschreiten könnte. Am Ende werden die meisten Live-Spiele der WM auf Österreichs Flachbildfernsehern also in hochskalierter 720p-Qualität laufen. Am 4K-Fernseher ebenso wie am HD-Gerät.

4K-Aufnahmen von der WM wird es zwar geben, allerdings nicht für das Fernsehpublikum. Der japanische Elektronikspezialist Sony wird dem Bericht zufolge drei Spiele in 4K-Auflösung aufnehmen, die Aufnahmen allerdings nicht live übertragen, sondern sie für einen Dokumentarfilm verwenden, der nach der WM erscheinen soll. Und der brasilianische TV-Sender Globo wird einige Games in 4K-Auflösung übertragen - allerdings nur auf Public-Viewing-Leinwände in Brasilien.

4K scheitert noch an fehlenden Inhalten
Die Fußball-WM steht symptomatisch für das größte Problem des nächsten vermeintlich großen Wurfs in der TV-Branche. Es gibt keine Inhalte, die man auf den sündhaft teuren 4K-Fernsehern betrachten könnte. In einer Zeit, in der die meisten TV-Sender noch nicht einmal natives Full-HD-Material ausstrahlen, sondern auf ihren HD-Sendern bestenfalls hochskalierte Bilder zeigen, die im Original in DVD- oder 720p-Qualität vorliegen, spricht kaum etwas für die Anschaffung eines 4K-Fernsehers. Bei Spielfilmen (siehe Infobox) ist 4K zwar langsam im Kommen - auf Blu-rays und über 4K-Streaming -, allerdings wird es auch hier noch eine ganze Weile dauern, bis es zum Massenphänomen wird.

"Wir erwarten, dass die Nachfrage für TV-Geräte im Vorfeld der kommenden WM-Matches spürbar steigen wird", sagte Samsung-Manager Simon Sung im Zuge der Bekanntgabe der letzten Finanzergebnisse des TV-Marktführers. Und auch bei Sony hatte man im Vorfeld der WM noch damit gerechnet, dass das Fußball-Großereignis die TV-Verkaufszahlen in die Höhe treiben wird. Dass mittlerweile so gut wie jeder österreichische Haushalt über einen Flachbildfernseher mit HD-Auflösung verfügt, der Markt also gesättigt ist, und die WM gar nicht im mit aller Macht beworbenen 4K-Standard übertragen wird, könnte dem allerdings entgegenwirken. Da hilft auch kein Upscaling.

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