ÖGB und AK beklagen:

Firmen interessieren sich wenig für Lehrlinge

Wirtschaft
23.02.2026 16:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) und die Arbeiterkammer (AK) beklagen, dass Firmen immer weniger Lehrlinge aufnehmen. Im Vorjahr habe es einen historischen Tiefstand gegeben. Demnach wurden insgesamt 27.546 Jugendliche im ersten Lehrjahr aufgenommen.

Das seien um 10.000 Lehrlinge weniger gewesen als vor 20 Jahren. „Es braucht einen Ausbildungsfonds, in den jene Betriebe einzahlen, die zwar Lehrlinge ausbilden könnten, das aber nicht tun“, sagte die Chefin der Gewerkschaftsjugend, Laura Zandonella. Eine sinkende Zahl an Ausbildungsbetrieben senke „die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe nachhaltig“, ergänzte AK-Präsidentin Renate Anderl. Aktuell suchen 24.506 Jugendliche eine Lehrstelle. Sie sind entweder beim Arbeitsmarktservice (AMS) vorgemerkt oder absolvieren eine Schulung oder überbetriebliche Ausbildung.

Gleichzeitig sind fast 6000 Lehrstellen ausgeschrieben. Damit beide Seiten zusammenkommen, fordern ÖGB, AK und Gewerkschaftsjugend Vermittlungsangebote und eine Bereitschaft der Betriebe, „sich um die Jugendlichen zu bemühen“.

In Österreich suchen deutlich mehr Jugendliche eine Lehrstelle, als es Angebote gibt:

Das Balkendiagramm zeigt die Entwicklung fehlender Lehrstellen in Österreich von 2019 bis 2026, jeweils Ende Jänner. Die Zahl der Jugendlichen ohne Lehrstelle schwankt zwischen rund 19.700 und 24.500. Die offenen Lehrstellen liegen zwischen etwa 4.000 und 8.500, mit einem Höchstwert im Jahr 2023. Quelle: Eigene Berechnung AK, ÖGB, AMS, WKÖ.

Industrie: „140.000 Euro pro Lehrling“
Dass die Zahl der Unternehmen, die Lehrlinge aufnehme, zurückgehe, bestätigte auch die Industriellenvereinigung (IV). Sie gab zu bedenken, dass eine Firma rund 140.000 Euro pro Lehrling investieren würde. Unternehmen, die ausbilden, bräuchten eine finanzielle Absicherung. Zudem seien in der Schule mehr und bessere Berufsorientierung sowie mehr Grundkompetenzen nötig, etwa durch eine Bildungspflicht bis 14 Jahre. „Gemeinsam mit den dann hoffentlich durchgängig qualitätsgesicherten und digitalisierten Berufsschulen kann die Lehrausbildung zu jenem Grundpfeiler werden, als den wir sie heute schon verstehen wollen“, sagte IV-Generalsekretär, Christoph Neumayer.

Die AK, Gewerkschaftsjugend und der ÖGB fordern zudem eine Reform der Lehrabschlussprüfung (LAP), die modernisiert und österreichweit vereinheitlicht abgehalten werden sollte. In der Mitte der Lehrzeit brauche es einen Check der Kompetenzen inklusive Rückmeldung und vor der LAP solle es eine zweiwöchige Freistellung geben.

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