Die Einkommensgrenze und Zuschüsse wurden bei der 24-Stunden-Pflege seit Jahren nicht mehr erhöht. Ändert sich nichts, ist diese Betreuungsform kaum mehr leistbar.
Diesen Freitag, 20. Februar, trifft sich die Pflegeentwicklungskommission mit Vertretern von Bund, Ländern und Gemeinden um sich der 24-Stunden-Betreuung zu widmen. Und das wird auch Zeit, sagt Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich: „Das Thema ist eine heiße Kartoffel für die Politik. Wir wissen, dass wir sie brauchen, aber keiner will sie angreifen.“ Diese Scheinheiligkeit müsse endlich aufhören.
Kein Schwarzmarkt
Denn solange es Personen gebe, die diese Arbeit machen wollen, und jene, die diese Unterstützung benötigen, würden sich beide Seiten finden. Deshalb brauche es endlich einen transparenten und adäquat geförderten Rahmen – um die 24-Stunden-Pflege nicht wieder in den Schwarzmarkt abzudrängen.
Schräglage bei Förderungen
Erst seit 2007 ist diese Art der Betreuung gesetzlich reguliert und gefördert. Rund 30.000 Familien nehmen sie derzeit in Anspruch, knapp 57.000 selbstständige Betreuungskräfte verfügen über eine aktuelle Gewerbeberechtigung, der Großteil kommt aus (Süd-)Osteuropa. Der Geschäftsführer von Malteser Care, Helmut Lutz, sieht dennoch eine völlige Schräglage bei der Förderung.
Die 24-Stunden-Pflege darf nicht zu einem Eliteprogramm werden und muss dringend weiterentwickelt werden.
Anna Parr, Caritas-Generalsekretärin
Immerhin liegen die durchschnittlichen jährlichen Nettoausgaben der öffentlichen Hand für eine pflegebedürftige Person im Pflegeheim bei 38.728 Euro, in der 24-Stunden-Betreuung bei 9980 Euro. Die staatliche Förderung der 24-Stunden-Betreuung beträgt derzeit 800 Euro pro Monat – wenn das Einkommen nicht über 2500 Euro liegt. „Die Einkommensgrenze ist seit 2007 unverändert, inflationsangepasst müsste sie nun bei über 4055 Euro liegen“, so Lutz.
Anna Parr, Generalsekretärin der Caritas fordert daher, dass Einkommensgrenze und Förderhöhe an die heutige Realität angepasst werden müssen.
Verdopplung der Förderung
Denn immer weniger Familien können sich eine 24-Stunden-Pflege selbst mit Förderungen leisten und landen schließlich im Heim – für den Staat um ein Vielfaches teurer. Parr spricht sich für eine Verdopplung der Förderung auf 1600 pro Monat Euro aus. Menschen mit geringen Pensionen sollen Zuschüsse aus der Sozialhilfe erhalten – damit 24-Stunden-Pflege für jeden zugänglich ist.
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