Arnulf Rainer

Das Kreuz mit dem Kreuz im Wiener Stephansdom

Kultur
17.02.2026 18:00

Dompfarrer Toni Faber zeigt nach heftigem Rechtsstreit 77 Kreuze des verstorbenen Malerstars Arnulf Rainer. „Das Kreuz – Das Zeichen, das bleibt“ im Wiener Stephansdom ist bis 7. Juni sehen.

„Kunst und Kirche kommen nicht mehr zusammen, es ist gut, wenn sie sich von ferne freundlich grüßen“, schrieb Arnulf Rainer 1990. Eine merkwürdige Notiz, denn Rainer zeichnete, malte, radierte 1956 bis 2014 – Kreuze! „Meine Kreuze haben nichts mit dem kirchlichen Symbol zu tun. Ich fühle mich vereinnahmt“, protestierte er 2025 gegen eine im Stephansdom geplante Ausstellung „Das Kreuz. Das Zeichen, das bleibt“. Und schaltete einen Anwalt ein. Kreuze verstand er als „Ursprungsform“, als schematischen Raster, der nach farblicher Ausgewogenheit sucht. Er wollte kein Kirchenmaler sein.

Rainer starb im Dezember 2025 96-jährig. Dompfarrer Toni Faber setzte die Ausstellung durch, Kurator Friedhelm Mennekes wählte aus der hervorragenden Rainer-Sammlung Werner Trenkers 77 Werke.

Insgesamt hängen 77 Rainer-Kreuze im Stephansdom
Insgesamt hängen 77 Rainer-Kreuze im Stephansdom(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Rote, grüne, silberne Arbeiten flankieren das Lettnerkreuz im Mittelschiff, rund um den gotischen Zahnweh-Herrgott im Nordturm entstand ein Riesenaltar aus 48 Kreuz-Blättern. Anderes ist in der Barbara-Kapelle zu sehen.

„Die Sieben ist eine heilige Zahl“, merkte Werner Trenker an, „wir haben 77 Werke gewählt.“ Übrigens: Eine Gelegenheit, viele Zustände einer Radierung zu studieren, denn der „Übermaler“ Rainer veränderte auch manche Kupferplatte bis zu 12 Jahre lang immer wieder.

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