Noch ein paar Wochen nach einem Infekt zu husten, ist nicht ungewöhnlich. Chronische Symptome können aber auch andere gesundheitliche Gründe haben als einen HNO-Infekt.
Physiologisch betrachtet handelt es sich bei Husten um einen Schutzreflex, der dazu dient, die Atemwege von Fremdkörpern, Staub, potenziell gefährlichen Substanzen sowieentzündlichem Sekret zu befreien“, erklärt Dr. Ivan Fedak, Chronic Cough Center, Klinische Abteilung für Pulmologie, MedUni Wien, im Fachmagazin „Ärzte Krone“.
Sogar Rippenbrüche kommen vor
Eine wichtige Funktion also und weitverbreitet, aber für Patienten unter Umständen extrem belastend. Dr. Fedak: „Starker Hustenreiz kann zu unangenehmen Komplikationen führen, darunter ungewollter Harnverlust oder sogar Rippenfrakturen.“
Soziale und berufliche Aspekte einbeziehen
Außerdem ist darauf zu achten, ob der Husten akut oder chronisch auftritt. Als chronisch gilt Husten, der länger als acht Wochen andauert. Das bedarf ärztlicher Abklärung. „Neben Vorerkrankungen und Medikation müssen soziale und berufliche Aspekte beleuchtet werden. Bestehen Zusammenhänge in Bezug zu Arbeitsplatz oder Wohnortwechsel, Symptome bei anderen Haushaltsmitgliedern, zeitliches oder situatives Auftreten (z. B. beim Einschlafen, nach dem Aufstehen, nach Belastung usw.)?“, so Dr. Fedak zur Anamnese.
Dazu kommt mittlerweile, dass etwa die Hälfte der Patienten nach einer SARS-CoV-2-Infektion noch nach drei Wochen über Husten klagt, bei fast einem Drittel kommt es sogar zu einer Chronifizierung.
Auch Reflux, Sodbrennen, ist Auslöser
Zu den häufigsten Auslösern von chronischem Husten zählen Asthma, Reflux (Sodbrennen) und das Hustensyndrom der oberen Atemwege. Eine alleinige pneumologische Expertise reicht für die Abklärung und Behandlung oft nicht aus. Die Abklärung sollte daher in enger Kooperation mit dem HNO-Arzt und dem Gastroenterologen erfolgen. Auch radiologische, kardiologische, neurologische und schlafmedizinische Untersuchungen müssen bei Bedarf in Betracht gezogen werden.
Es ist wichtig, darüber aufzuklären, dass eine routinemäßige Gabe von Antibiotika bei Husten oft nicht zielführend ist.

Dr. Ivan Fedak, Chronic Cough Center, Klinische Abteilung für Pulmologie, MedUni Wien
Bild: Dr. Ivan Fedak
Nach einer durchgemachten respiratorischen Infektion kann es noch drei bis acht Wochen lang zu Hustenattacken kommen („subakuter Husten“). Das ist keineswegs ungewöhnlich und lässt sich durch eine sogenannte infektgetriggerte bronchiale Hyperreagibilität oder eine Überempfindlichkeit der Atemwege erklären.
Dr. Fedak: „Es ist wichtig, darüber aufzuklären, dass eine routinemäßige Gabe von Antibiotika bei Husten oft nicht zielführend ist.“ Nämlich nur dann, wenn Bakterien die Auslöser sind, meist handelt es sich aber um virale Infektionen.
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