Der Umstieg auf erneuerbare Energien schreitet laut Wirtschaftslandesrat Achleitner „rasant“ voran. Das soll sich auch in der Festlegung von Beschleunigungszonen für die Windkraft ausdrücken. Das darin ausgewiesene Potenzial von 99 Windrädern sei jedoch „fiktiv“, kritisieren die Grünen. Nur 24 seien realistisch.
Dreieinhalb Wochen hat die Landesregierung noch Zeit: Bis 21. Februar muss sie laut RED-III-Richtlinie der EU eine Verordnung für Windkraft-Beschleunigungszonen in Oberösterreich beschließen. Ende 2025 wurde der Umweltbericht im Zuge der Strategischen Umweltprüfung für die Beschleunigungsgebiete öffentlich aufgelegt. Darin sind acht Zonen mit rund 8870 Hektar und einem Potenzial von 99 Windrädern ausgewiesen.
Militärisches Tieffluggebiet
Kommt nun also die große Windkraft-Offensive? Eher nicht. Gerade erst wurde bekannt, dass im Kobernaußerwald statt der im Plan beschriebenen 24 Windräder (18 waren zur Genehmigung eingereicht) nur neun gebaut werden können, weil das Areal im militärischen Tieffluggebiet liegt.
Nur ein Viertel der Anlagen realistisch
Die Grünen haben sich nun angesehen, wie es diesbezüglich mit den anderen Beschleunigungszonen aussieht – und kommen zu einem ernüchternden Ergebnis: „Nur rund ein Viertel dieser fiktiven 99 Windräder scheint derzeit als Projekt greifbar beziehungsweise in naher Zukunft überhaupt realisierbar“, sagt Grünen-Chef und Umweltlandesrat Stefan Kaineder.
Im Mühlviertel am ehesten umsetzbar
Konkret würden etwa im Weilhartsforst im Innviertel 41 Windräder im vorliegenden Plan beschrieben. Laut Kaineder ist dort aber bisher kein einziges Projekt bekannt. In der Zone Kobernaußerwald Ost sind demnach 25 Windräder geplant, derzeit seien aber nur sechs davon zur Genehmigung bekannt. Nur die neun im Gebiet Sternwald Ost/West im Mühlviertel angekündigten Windräder scheinen laut Kaineder „am ehesten umsetzbar“.
Sein Fazit: „Da alle Beschleunigungszonen im Innviertel aufgrund militärischen Tieffluggebiets als Beschleunigungsgebiete faktisch ausscheiden – bleibt nur mehr das Beschleunigungsgebiet im Sternwald mit 320 Hektar übrig. Das ist kein Beschleunigungsplan, das ist Chaos.“
Tieffluggebiet nicht unbedingt Ausschließungsgrund
Achleitner widerspricht dieser Darstellung: „Tieffluggebiete sind nicht von vornherein Ausschließungsgründe für Windkraftanlagen. Das belegen zum Beispiel bereits bestehende Windkraftanlagen in Munderfing oder auch die Windkraftprojekte in Königswiesen und Lohnsburg, die beide im UVP-Verfahren grünes Licht vom Bundesheer erhalten haben.“ Zur Reduktion der Pläne im Kobernaußerwald sagt der Wirtschaftslandesrat, die Energie AG habe angekündigt, dort weitere Standorte zu prüfen, „um möglichst viele Windkraftanlagen zu realisieren“.
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