Mit dem Flug von Domen Prevc auf 254,5 Meter sind die vier Monsterbakken an das Limit gekommen. Slowenien will nun in Planica Flüge bis 270 Meter ermöglichen.
Weit, weiter, Domen Prevc. Der Weltcup-Spitzenreiter untermauerte gestern eindrucksvoll seine Favoritenrolle auf den Titel bei der Skiflug-WM in Oberstdorf. Der 26-jährige Slowene gewann mit 233,5 und 235 Metern nicht nur überlegen die beiden Trainingsdurchgänge, der Tournee-König knallte in der Quali mit drei Luken weniger Anlauf mit 228,5 Metern die größte Weite in den Auslauf. „Er fliegt wie ein Flugzeug“, staunte Ex-Springer und ORF-Experte Michael Hayböck.
Hinter Prevc brachte sich ein Österreicher-Trio für den Medaillenkampf in Position. Jungstar Stephan Embacher („Es macht mir total viel Spaß“) flog unmittelbar vor Jan Hörl („Ich bin noch nicht ganz auf der Welle, da gibt es noch Potenzial“) auf Platz zwei, Titelverteidiger Stefan Kraft („Das Gefühl ist ganz gut“) landete auf Rang sieben.
Der Skiflug-Weltrekord von 254,5 Metern ist im Allgäu nicht in Gefahr. „Ich hoffe, wir sehen viele Flüge über 240 Meter. Die 250 sind hier aber nicht zu knacken“, stellte Stefan Kraft klar. Und Österreichs bester Flieger weiß ganz genau, wovon er spricht. Der 32-jährige Salzburger hat auf der alten und der neuen Heini-Klopfer-Schanze jeweils zwei Weltcups gewonnen.
Generell stoßen Oberstdorf, Kulm, Vikersund und Planica an ihre Grenzen. „Vielleicht ist in Planica noch ein halber Meter drin. Auf den anderen Schanzen kann man solche Weiten nicht stehen“, meint Kraft.
Kobayashi zeigte es vor
Physikalisch ist die Weitenjagd mit 254,5 Metern aber noch lange nicht am Ende. Das stellte Ryoyu Kobayashi schon im April 2024 unter Beweis. Der japanische Olympiasieger segelte auf einer von Red Bull auf einem Gletscher in Island temporär errichteten Schanze auf unfassbare 291 Meter: „Dieser Sprung war schon lange ein Traum von mir.“
Der Ski-Weltverband FIS akzeptierte den gigantischen Flug nicht als offiziellen Weltrekord, der Dosen-Konzern ermöglichte zum Ärger vieler Adler-Stars keine Wettkämpfe auf der provisorischen Anlage. Und damit wittert Planica eine Chance auf Wahnsinnsflüge. Die FIS erließ neue Vorschriften für den Schanzenbau, diese Regeln sollen Weiten bis zu 270 Metern ermöglichen.
Planica baut aus
Sloweniens Regierung hat bereits drei Millionen Euro für den Umbau des legendären Letalnica-Bakken für die Skiflug-WM 2028 bewilligt. „Es ist richtig cool, dass sie das machen. Ein 270er würde mich schon reizen, da möchte ich unbedingt einmal fliegen“, träumt Kraft schon von einem Angriff auf den Weltrekord von Prevc.
Zurück zur Skiflug-WM in Oberstdorf. Heute stehen zwei von vier Wertungsdurchgängen auf dem Programm (ab 16 Uhr). Am Sonntag geht’s für Kraft und Co. um das erste Team-Gold seit 2012, in der Quali wäre das ÖSV-Team die Nummer eins gewesen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.