Asteroideneinschlag

Dinosaurier weg, Haie überlebten fast unbeschadet

Wissenschaft
22.01.2026 17:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Unglaublich, aber wahr: Der Asteroideneinschlag, der die Dinosaurier auslöschte, hat Haien und Rochen nur wenig geschadet.

Ihre Artenvielfalt ging laut einer neuen Studie mit Schweizer Beteiligung nur um rund zehn Prozent zurück. Die am Donnerstag in der Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlichte Studie unter der Leitung der Universitäten Zürich und Swansea in Wales (GB) stellt damit bisherige Annahmen über die Auswirkungen dieses Asteroideneinschlags auf das Leben in den Ozeanen in Frage.

Für seine Untersuchung erstellte das Team einen neuen Datensatz von Fossilienfunden von Haien und Rochen aus den letzten 145 Millionen Jahren. Diese Daten analysierten sie mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI). Die Analyse ergab, dass die Anzahl der Hai- und Rochenarten bereits in der Kreidezeit, also vor mehr als 100 Millionen Jahren, ein mit heute vergleichbares Niveau erreicht hatte. Der Asteroideneinschlag verursachte demnach nur einen relativ geringen Rückgang der Arten. Dies steht im starken Kontrast zum Massensterben der Dinosaurier und vieler anderer Meeresraubtiere.

Ihren Höhepunkt erreichte die Artenvielfalt von Haien und Rochen im mittleren Eozän vor rund 50 Millionen Jahren. Seither ist ihre Vielfalt um mehr als 40 Prozent zurückgegangen.

Verlorenes evolutionäres Potenzial
„Dieser langfristige Rückgang ist heute von Bedeutung, weil er darauf hindeutet, dass die modernen Haie und Rochen bereits von einer verringerten Grundlage ausgehen“, wurde Studienleiterin Catalina Pimiento von den Universitäten Swansea und Zürich in einer Mitteilung zur Studie der Universität Swansea zitiert. Haie und Rochen stünden also nicht nur menschlichen Bedrohungen wie Überfischung und Klimawandel gegenüber, sondern hätten bereits über zig Millionen Jahre hinweg viel evolutionäres Potenzial verloren.

Die nun entdeckten Muster waren laut den Forschenden für frühere Methoden unsichtbar. Studienmitautor Daniele Silvestro von der ETH Zürich erklärte in der Mitteilung, dass das KI-Modell lernen konnte zu erkennen, wann weniger Fossilien in einer bestimmten Region auf eine begrenzte Sammeltätigkeit und nicht auf einen echten biologischen Rückgang zurückzuführen seien.

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