Nach Rekordjahr

Flughafen Wien steht heuer vor „Herausforderungen“

Wirtschaft
20.01.2026 08:32
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das vergangene Jahr war für den Flughafen Wien ein „absolutes Rekordjahr“, doch für 2026 schaut es nicht ganz so rosig aus. Das heurige Jahr bringt „Herausforderungen“ und vermutlich weniger Flugpassagiere.

Noch nie konnte sich der Flughafen Wien über so viele Fluggäste freuen wie 2025, insgesamt 32,6 Millionen Passagiere waren es. Auch sonst lief das vergangene Jahr gut: Nicht nur mehr Menschen passierten den Flughafen, sondern auch mehr Waren. Das Frachtaufkommen stieg um mehr als fünf Prozent an. Auf den Start- und Landebahnen war dementsprechend etwas mehr Verkehr als noch 2024.

Die Österreicherinnen und Österreicher flogen am liebsten nach Antalya, Mallorca und Barcelona. Bei den Langstreckenzielen waren die beliebtesten Ziele Bangkok, New York und Taipeh. Den größten Passagierzuwachs gab es auf den Flügen in die Türkei, nach Israel und in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Das Balkendiagramm zeigt die Passagierzahlen am Flughafen Wien von 2019 bis 2026 in Millionen. 2019 lag der Wert bei 31,7 Millionen, 2020 sank er durch die Corona-Pandemie auf 7,8 Millionen. Danach stiegen die Zahlen wieder an und erreichten 32,6 Millionen im Jahr 2025. Für 2026 werden rund 30 Millionen erwartet. Quelle: Flughafen Wien.

Weniger Passagiere und Gewinn
Doch heuer geht es für den Flughafen nicht ganz so positiv weiter, das Jahr bringe „Herausforderungen“, sagte Vorstand Julian Jäger. „2026 rechnen wir mit einem leichten Passagierrückgang“, meinte er. Das Minus dürfte allerdings nicht groß ausfallen: „Wir erwarten rund 30 Millionen Fluggäste in Wien“, erklärte Jäger. Der Gewinn wird demnach von 230 auf 210 Mio. Euro schrumpfen.

Der größte Kunde, die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA), verkleinert seine Flotte, die Billigfluglinie Ryanair zieht Flugzeuge ab und Wizz Air verabschiedete sich komplett. „Ryanair und Wizz Air reduzieren Kapazitäten und verlagern Streckenangebote nach Bratislava, wo es keine nationale Flugabgabe gibt“, gab Jäger zu bedenken. Die Flugabgabe müssen Flugzeughalter für Passagiere, die sie befördern, bezahlen.

Mehr Investitionen, weniger Umsatz
Dank eines Sparprogramms bei Sach- und Personalkosten werde trotz Tarifsenkung und Passagierreduktion ein Nettoergebnis in Höhe des für 2025 prognostizierten Ergebnisses erreicht, erklärte Vorstand Günther Ofner in der Presseaussendung. Der Umsatz der Flughafen-Wien-Gruppe, zu der neben Wien auch die Airports in Malta und Kosice gehören, wird heuer laut der Prognose des Vorstands um rund 30 Millionen Euro auf 1050 Millionen Euro sinken. Die Investitionen hingegen steigen, von 300 Millionen Euro 2025 auf 330 Millionen Euro heuer.

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