Paraski-Cheftrainer:

„Habe tödlichen Sturz nicht aus Kopf bekommen“

Wintersport
13.01.2026 06:16

Manfred Widauer war selbst ein großartiger Skifahrer. Aber nach den tödlichen Unfällen seiner guten Freunde Gernot Reinstadler und Peter Wirnsberger beendete er seine Karriere: „Das war zu viel für mich.“ Seitdem arbeitet er erfolgreich als Trainer. Nachdem er u.a. Felix Neureuther und Beat Feuz zu vielen Siegen geführt hatte, leitet er schon das dritte Jahr Österreichs Paraski-Team. Dienstag geht beim Heim-Weltcup in Saalbach-Hinterglemm auf der WM-Piste von 2025 die erste Abfahrt über die Bühne.

Am Wochenende steht die legendäre Lauberhorn-Abfahrt in Wengen auf dem Programm. Dort verunglückte 1991 Gernot Reinstadler. Manfred Widauer war damals selbst aktiver Skifahrer und ein guter Freund von Reinstadler. Der heutige Trainer von Österreichs Paraski-Team sagt: „Ich habe den tödlichen Sturz von Gernot in Wengen nicht mehr aus dem Kopf bekommen, deshalb konnte ich auf der Piste nicht mehr ans Limit gehen.“

Manfred Widauer mit seinen Schützlingen Johannes Aigner (li.) und Thomas Grochar (re.).
Manfred Widauer mit seinen Schützlingen Johannes Aigner (li.) und Thomas Grochar (re.).(Bild: Ski Austria)

„Das war dann endgültig zu viel für mich“
Im Jahr danach ist mit Peter Wirnsperger in Zauchensee ein weiterer Teamkollege von Widauer auf der Piste ums Leben gekommen: „Das war dann endgültig zu viel für mich, darum habe ich meine Rennfahrer-Laufbahn kurz darauf beendet.“

Manfred Widauer erlebte auch den tödlichen Sturz des Franzosen David Poisson 2017 in Nakiska.
Manfred Widauer erlebte auch den tödlichen Sturz des Franzosen David Poisson 2017 in Nakiska.(Bild: APA/HANS GÖDEL)

Der Tiroler erzählt: „Bei Gernot war ich nicht vor Ort mit dabei. Mit Peter war ich in Zauchensee bei einem Rennen gemeinsam auf dem Podest gestanden, ehe er kurz danach beim Freifahren den tödlichen Unfall hatte. Als Trainer war ich dabei, als der französische Skifahrer David Poisson 2017 in Nakiska gestorben ist. Die Schweizer Teamärztin war als eine der Ersten an der Unglücksstelle.“

„Wissen, dass es eine Risikosportart ist“
Der 53-Jährige betont: „Natürlich kommen immer wieder einmal Gedanken an diese Unglücke. Aber ich habe es schon lange verarbeitet. Wir wissen, dass es eine Risikosportart ist, versuchen mit aller Kraft einen so sicheren Rahmen wie möglich zu gestalten.“ Seinen Trainerjob liebt Widauer: „Ich mache das jetzt schon sehr lange und habe immer noch unheimlich viel Spaß dabei. Ich bin auch nach einer langen Saison nicht müde. Die Arbeit fühlt sich für mich bei allem Aufwand nicht anstrengend an.“

Die Aufgabe, das Paraski-Team zu betreuen, ist für ihn extrem spannend: „Jede Athletin und jeder Athlet hat eine individuelle Beeinträchtigung. Aber in Summe geht es darum, alle weiterzuentwickeln und besser zu machen. Jeder hat eine andere Art des Skifahrens, eine andere Linienführung und ist auf seine Art schnell.“

„Sie kennen es nicht anders“
Widauer sagt auch: „Nicht behinderte Menschen können sich schwer vorstellen, wie zum Beispiel Veronika und Johannes Aigner oder auch Elina Stary mit ihren Guides fast blind mit hoher Geschwindigkeit auf der Piste fahren. Aber für sie ist es selbstverständlich. Sie wurden mit ihrer Beeinträchtigung geboren und kennen es nicht anders. Aber auch mich beeindruckt es, wie sie trotz ihres Handicaps Skifahren können.“

Thomas Grochar meistert auf einem Ski jede Piste.
Thomas Grochar meistert auf einem Ski jede Piste.(Bild: GEPA)

„Ein vorbildlicher Profi“
Auch wie Thomas Grochar auf einem Ski die Rennen meistert, imponiert Widauer sehr: „Das ist ganz besonders. Tom ist ein richtig guter Typ, von der Einstellung und vom Fleiß ein vorbildlicher Profi. Er geht in der Mannschaft voraus, schlüpft immer wieder in die Führungsrolle.“

Ein ganz großes Kompliment macht Widauer auch Saalbach: „Organisationschef Fritz Steger und sein Team haben einen unglaublichen Job gemacht. Die Piste ist trotz des vielen Neuschnees in den vergangenen Tagen perfekt absolut perfekt präpariert!“

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