Die ukrainischen Athleten dürfen bei den Paralympischen Winterspielen in Italien nicht in ihrer Teamkleidung antreten. Der Grund: Auf den Anzügen ist eine Landkarte der Ukraine zu sehen. Die ursprünglich geplante Kleidung zeigte das Land in den Grenzen von 1991, also einschließlich der Krim und der aktuell von Russland besetzten Gebiete. Da politische Botschaften verboten sind, musste rasch eine mittlerweile genehmigte Alternative gefunden werden.
„Gemäß den IPC-Regeln für Paralympics-Uniformen sind ‘Texte von Nationalhymnen, motivierende Worte, öffentliche/politische Botschaften oder Slogans, die sich auf die nationale Identität beziehen‘ verboten“, teilte ein Sprecher des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) auf Anfrage mit. Die Landkarte eines Landes falle unter diese Kategorie. „Im Dialog mit dem Ukrainischen Paralympischen Komitee wurde innerhalb von 24 Stunden eine Alternative vorgelegt, die vom IPC genehmigt wurde“, hieß es weiter.
Skeleton-Pilot Heraskewytsch: „Beschämende Entscheidung“
Der Chef des Ukrainischen Paralympischen Komitees Walerij Suschkewytsch kritisierte das Verbot. Die Uniform sei „sehr schön, sehr symbolisch“ gewesen. „Wir haben es gerade noch geschafft, eine neue Uniform fertig zu stellen“, klagte Suschkewytsch. Zu Wort meldete sich auch der ukrainische Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch, der in Mailand aufgrund seines Helmes für Wirbel gesorgt hatte. Auf Instagram bezeichnete er das Verbot als „beschämende Entscheidung“.
Dieser war sogar vor seinem Skeletonstart disqualifiziert worden, weil er nicht auf seinen vom IOC untersagten Helm verzichten wollte. Der Kopfschutz zeigte Bilder von mehr als 20 Sportlerinnen und Sportlern, die infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ums Leben gekommen sind.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.