Österreich-Garantie in den Regalen. Ein erster rot-weiß-roter Lebensmittelhändler stellt sich jetzt im Lichte des Handelspakts Mercosur hinter heimische Landwirte und verspricht: kein Fleisch aus Südamerika.
Noch diese Woche wird Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die ihre Reise mehrfach verschoben hatte, in Paraguay den Pakt mit Südamerika unterzeichnen. Laut argentinischem Außenministerium ist der finale Akt nun fürs Wochenende vorgesehen.
Solidaritätsbekundung für heimische Landwirte
Von Lebensmittelriese Spar kommt genau deswegen nun eine Solidaritätsbekundung für die heimischen Landwirte. „Freihandel ja – aber nicht um jeden Preis. Bei Lebensmittelsicherheit, Qualität und Herkunft gibt es keine Kompromisse. Frischfleisch bleibt bei uns zu 100 Prozent österreichisch – gestern, heute und in Zukunft“, bezieht Vorstand Markus Kaser ganz klare Position.
Frischfleisch bleibt bei uns zu 100 Prozent österreichisch – gestern, heute und in Zukunft.

Spar-Vorstand Markus Kaser
Bild: Eva trifft Fotografie
Grundsätzlich stehe man als rot-weiß-roter Supermarkthändler hinter dem Abbau von Zollbarrieren. Doch wenn es um sensible Produkte wie Lebensmittel gehe, gelten für den heimischen Markt strengste Maßstäbe. „Freihandel ist wichtig, darf aber niemals zulasten von Lebensmittelsicherheit und Qualität gehen. Spar steht klar zu Österreichs Landwirtschaft und zu höchsten Standards – beispielsweise bei Rindfleisch“, versichert Kaser. Und weiter: „Als regionaler Nahversorger tragen wir Verantwortung – gegenüber den Konsumenten ebenso wie gegenüber den heimischen Produzenten. Diese Verantwortung zeigt sich besonders deutlich beim Frischfleisch. Rind, Schwein und Kalb stammen ausnahmslos aus Österreich. Daran wird nicht gerüttelt.“
Kaser betont auch, dass seine Kette noch nie Fleisch von südamerikanischen Rinderbaronen geführt habe – und das auch künftig nicht tun werde. Gerade bei Frischfleisch setze man auf kurze Transportwege, transparente Herkunft und höchste Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Wir arbeiten seit Jahrzehnten eng mit heimischen Bäuerinnen und Bauern zusammen und stärken ihnen bewusst den Rücken. Regionale Wertschöpfung, Tierwohl und Ökoverantwortung sind zentrale Pfeiler der Unternehmensphilosophie!“
Eine Stallschließungswelle ist zu befürchten. Schon bisher ist die Entwicklung dramatisch.

Niederösterreichs Bauernbund-Obmann Paul Nemecek
Bild: Imre Antal
Durch die im Vergleich zu Brasilien um 50 Prozent höheren Erzeuger- und Produktionskosten könnten heimische Bauern in existenzielle Not geraten. „Eine Stallschließungswelle ist zu befürchten. Schon bisher ist die Entwicklung dramatisch. 1970 gab es noch etwa 245.000 Rinderhalter, nach letztem Stand halten nur mehr etwa 51.000 die Stellung“, schlagen Niederösterreichs Bauernbund-Obmann Paul Nemecek und der ÖVP-EU-Mandatar Alexander Bernhuber, selbst Rinderzüchter, Alarm.
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