Branche unter Druck

Dieser Autobauer trotzt Krise dank „kleiner“ Marke

Wirtschaft
09.01.2026 16:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die europäische Autoindustrie steckt in der Krise: Kündigungen, Produktionsstopps, Insolvenzen. Zumindest für einen Autobauer ist 2025 dank einer „kleinen“ Marke aber besser gelaufen – und er hat vermutlich seine Erzrivalen abgehängt.

Erst Freitagfrüh kam die jüngste Hiobsbotschaft: Wollersdorf Leder ist insolvent, 365 Mitarbeiter bangen um ihren Job. Einen Großteil des Umsatzes macht das steirische Unternehmen mit Leder für Autositze. Nachrichten wie diese aus der Auto-Branche waren häufiger zu lesen in den vergangenen Monaten. Hella Fahrzeugteile Austria kündigte etwa an, bis 2027 mehr als die Hälfte der 400 Jobs zu streichen. Auch aus Deutschland trudelten schlechte Neuigkeiten herein.

Wie es dem deutschen Automarkt geht, ist für österreichische Unternehmen aus der Branche enorm wichtig. Der Großteil der hier hergestellten Fahrzeuge und Autoteile geht ins Ausland. Knapp die Hälfte der Exporte innerhalb von Europa landet direkt bei unseren deutschen Nachbarn, wie Zahlen der Statistik Austria zeigen.

Mehr Autos ausgeliefert
Umso erfreulicher sind für manche wohl Nachrichten von BMW, die zumindest ein wenig Aufatmen lassen: Der deutsche Autobauer lieferte 2025 wieder mehr Autos aus. Vor allem die Verkäufe in Europa und den USA bewahrten BMW vor einem weiteren Jahr mit schrumpfenden Auslieferungen. Aber auch eine „kleine“ Marke steigerte den Absatz. Die Tochtermarke Mini verkaufte im vergangenen Jahr um 18 Prozent mehr Autos als noch 2024.

Mit den aktuell vorgelegten Zahlen dürfte BMW in Sachen Absatz die Nase im Vergleich der deutschen Premiumhersteller vorn haben. Die beiden Erzrivalen Mercedes und Audi haben ihre Zahlen für 2025 zwar noch nicht gemeldet. Da beide nach den ersten neun Monaten deutlich im Minus lagen, ist allerdings kaum mit einem Wachstum zu rechnen.

Deutsche kaufen heimische E-Autos
Die Deutschen griffen 2025 ordentlich bei Elektroautos zu. Vor allem gönnten sie sich Fahrzeuge von Volkswagen, BMW und VW-Tochter Skoda, es wurden deutlich mehr Fahrzeuge neu zugelassen. Die Finger ließen die Autofahrer hingegen von Tesla-Autos, die Zahl der Neuzulassungen halbierte sich fast zum Vorjahr.

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